Demokraten
Clinton will Tandem mit Obama

Hillary Clinton mit neuem Selbstbewusstsein: Nachdem sie Barack Obama bei den Vorwahlen die großen Schlüsselstaaten Texas und Ohio weggeschnappt hat, sorgt sie weiter für Aufregung im demokratischen Lager. Ihr neuester Vorstoß: eine gemeinsame Präsidentschaftskandidatur mit Obama.

HB WASHINGTON. Hillary Clinton hat am Mittwoch die Möglichkeit einer gemeinsamen Präsidentschaftskandidatur mit ihrem Kontrahenten Barack Obama angedeutet. Die Wähler müssten nur noch entscheiden, wer an der Spitze stehen solle, sagte sie. „Das könnte die Richtung sein, in die sich alles bewegt“, sagte Clinton. „Ich denke, die Menschen in Ohio haben klar gesagt, dass ich das sein sollte.“

Acht Monate vor der Präsidentenwahl in den USA ist das Rennen um die Kandidatur der Demokraten wieder offen. Überraschend hatte sich Clinton bei den Abstimmungen in den bevölkerungsreichen Staaten Texas und Ohio gegen ihren parteiinternen Konkurrenten Barack Obama durchgesetzt.

„Noch niemals ist ein Präsident ins Weiße Haus eingezogen, der nicht bei den Vorwahlen in Ohio gewonnen hatte“, sagte Clinton nach ihren Siegen. Die Entscheidung vom Dienstag, bei der sie auch den Bundesstaat Rhode Island holte, „ist ein Wendepunkt im Wahlkampf“. Zudem werde den Wählern immer klarer, dass sie vor allem in der Sicherheitspolitik viel mehr Erfahrung als Obama habe.

Clinton zeigte sich mit neuem Selbsbewusstsein. „Wir machen weiter, wir sind stark, und wir gehen den ganzen Weg“, sagte die 60-jährige Clinton in Columbus, der Hauptstadt Ohios. „Wir haben jetzt erst angefangen.“

Dagegen meinte Obama, sein „Vorsprung in der Delegiertenzahl ist im wesentlichen unverändert“. Für die Ernennung zum Kandidaten der Demokraten sind 2025 Delegiertenstimmen notwendig, die aber keiner der Bewerber direkt erreichen dürfte. Daher wird mit Zwist um die Rolle der sogenannten Super-Delegierten beim Nominierungskongress im August gerechnet.

Zu dem Vorstoß eines Clinton-Obama-Tandems äußerte er sich zunächst nicht. Er sprach Clinton die Berechtigung ab, sich als erfahrener darzustellen. Mit Blick auf ihre Entscheidung als Senatorin für den Irakkrieg meinte er: „Sie hat die falsche Entscheidung getroffen.“ Er dagegen habe eine richtige Einschätzung bewiesen, indem er den Irakkrieg von Anfang an abgelehnt habe.

Obama hatte seit dem „Super Tuesday“ Anfang Februar alle elf Vorwahlen für sich entschieden. Allgemein erwartet worden war, dass die Entscheidung bei den Wahlen in Texas und Ohio am Dienstag fallen würde. Mit Clintons Siegen ist das Rennen nun allerdings wieder offen.

Als nächstes stimmt am Samstag der Staat Wyoming und am Dienstag kommender Woche Mississippi ab. Eine Entscheidung wird jetzt aber frühestens am 22. April erwartet, wenn in dem großen Staat Pennsylvania gewählt wird.

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