Demokraten fordern Neuwahl in Miami
Streit um die US-Präsidentenwahl wird Fall für die Gerichte

In Miami prüfte am Montag ein Bundesrichter den Antrag der Republikaner, die Nachzählung von Stimmzetteln per Hand in Florida zu unterbinden.

dpa WASHINGTON. Der Streit um den unklaren Ausgang der amerikanischen Präsidentenwahl wird zum Fall für die Gerichte. In Miami prüfte am Montag ein Bundesrichter den Antrag der Republikaner, die Nachzählung von Stimmzetteln per Hand in Florida zu unterbinden. Vor einem Staatsgericht in Palm Beach geht es um eine Klage von Anhängern der Demokraten, die eine Neuwahl in diesem Bezirk Floridas wegen der Verwendung eines verwirrenden Stimmzettels fordern.

Der Wahlausgang in dem Bundesstaat Florida entscheidet, oder der Demokrat Al Gore oder der Republikaner George W. Bush neuer Präsident der USA wird. Nach bisherigen Zählungen liegt Bush in Florida hauchdünn mit etwa 300 von sechs Mill. abgegebenen Stimmen vor Gore. Noch nicht eingerechnet sind einige tausend Briefwahlstimmen aus Übersee, für deren Eingang erst am kommenden Freitag die Frist abläuft.

Die stichprobenartige Zählung von Stimmzetteln per Hand im Bezirk Palm Beach von Florida hat deutliche Abweichungen vom maschinell erfassten Ergebnis gezeigt. Die Verantwortlichen des Bezirks wollen nun alle dort 425 000 abgegebenen Stimmzettel per Hand überprüfen lassen.

Im Bezirk Volusia läuft bereits eine manuelle Nachzählung. In anderen Bezirken Floridas sollen auf Antrag der Demokraten zumindest Stichproben klären, ob alle Stimmzettel nach der Wahl am vergangenen Dienstag gezählt worden sind.

Die Republikaner sind gegen Handzählungen, weil sie eine Gefahr menschlicher Fehler und Manipulationen vermuten. Die Demokraten argumentieren genau umgekehrt. Die Überprüfung per Hand sei angesichts zahlreicher Ungereimtheiten die einzige Möglichkeit einer korrekten Zählung aller Stimmen, sagen ihre Sprecher.

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