Demokraten und Republikaner liegen weiterhin Kopf an Kopf
Gore und Bush geben sich siegessicher

Mit der Abstimmung hat der mit drei Mrd. Dollar teuerste Wahlkampf in der US-Geschichte seinen Abschluss gefunden.

ap WASHINGTON. Mit der Abstimmung über die Nachfolge von Präsident Bill Clinton hat am Dienstag der mit drei Mrd. Dollar teuerste Wahlkampf in der US-Geschichte seinen Abschluss gefunden. Das Rennen um das Weiße Haus zwischen den Hauptrivalen Al Gore und George W. Bush war zugleich das spannendste seit 40 Jahren. Der Ausgang war auch am Dienstag noch völlig offen. Vizepräsident Gore von den Demokraten und der republikanische Gouverneur Bush aus Texas liegen seit Wochen in Umfragen Kopf an Kopf. Gewählt wurden auch ein neuer Kongress und elf der 50 Gouverneure der Einzelstaaten.

Die Präsidentschaftskandidaten der beiden großen Parteien gaben sich am Wahltag siegessicher. Bush war bereits in einer ersten kleinen Abstimmung in zwei entlegenen Orten in New Hampshire, Hart's Location und Dixville Notch, siegreich. Dort wird traditionell schon um Mitternacht (Ortszeit) gewählt. In der Vergangenheit ließ sich aus den Ergebnissen dort jedoch kein landesweiter Trend ableiten. Allgemein öffneten die ersten Wahllokale im Westen der USA um 06.00 Uhr (12.00 Uhr MEZ).

Die Kandidaten hatten bis zuletzt um die Gunst der Wähler gekämpft. Seit dem Wochenende absolvierten Bush und Gore beinahe rund um die Uhr Dutzende Wahlkampfauftritte vor allem in den Staaten, in denen das Rennen eng wird und denen auf Grund des Wahlsystems eine Schlüsselrolle zufällt bei der Wahl des 43. Präsidenten zufällt. Denn gewählt wurden am Dienstag eigentlich nicht die Präsidentschaftskandidaten, sondern in jedem Staat je nach dessen Bevölkerungszahl eine bestimme Anzahl von Wahlmännern. Insgesamt sind es 538 Wahlmänner. Um zum Präsidenten gewählt zu werden, sind die Stimmen von mindestens 270 Mitgliedern des Wahlkollegiums nötig. Dem Sieger in einem Staat fallen sämtliche Wahlmännerstimmen zu.

Gore trat um Mitternacht auf der Abschlusskundgebung in Miami im Staat Florida zusammen mit seinem Kandidaten für das Stellvertreteramt, Senator Joseph Lieberman, auf. Er habe keinen Zweifel, dass er den Tag als gewählter Präsident beenden werde, sagte Gore. Auch Bush zeigte sich bei seiner Rückkehr von der Wahlkampftour in die texanische Hauptstadt Austin sicher, dass er gewinnen werde. Am Abend wollte auch Bushs Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten, der ehemaligen Verteidigungsminister Richard Cheney nach Austin kommen, um gemeinsam die Wahlergebnisse zu verfolgen.

In den Meinungsumfragen wurde der Abstand zwischen Bush, der landesweit knapp führte, und Gore zum Wahltag hin immer enger. Zum Zünglein an der Waage könnte der Grünen-Kandidat Ralph Nader werden, der nach Umfragen zwar nur bis zu fünf Prozent der Stimmen erhalten dürfte, aber dem liberalen Gore entscheidende Stimmen abnehmen könnte.

Einige Links zur amerikanischen Präsidentschaftswahl

Noch mehr Informationen, Analysen über den möglichen Wahlausgang und Gegenüberstellungen der beiden Kandidaten finden Sie unter
www.voter.com: Umfrageergebnisse und erste Hochrechnungen
www.georgebush.com: Offizielle Homepage von George Bush
www.algore.com: Offizielle Homepage von Al Gore
www.clerkweb.house.gov: Informationen über 100 Jahre Präsidentschaftswahlen in den USA
www.usinfo.state.gov: Amtliche Analysen und Berichte des amerikanischen Außenministeriums

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