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Demonstranten plündern Geschäfte in Argentinien

Die schwere Wirtschaftskrise erschüttert das Land. Protestierer lieferten sich in der Hauptstadt Buenos Aires Straßenschlachten mit der Polizei.

afp BUENOS AIRES. Arbeitslose Demonstranten und Polizisten haben sich in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires in der Nacht zu Mittwoch heftige Auseinandersetzungen geliefert. Fernsehberichten zufolge errichteten die Demonstranten in den verarmten Vororten Moreno und San Miguel Straßenbarrikaden aus brennenden Autoreifen und plünderten mindestens ein Geschäft. Die Polizei ging nach Angaben der Fernsehsender Cronica und Todo Noticias mit Tränengas und Knüppeln gegen die Protestierenden vor. Dabei wurden einige Menschen verletzt. Die Demonstranten riefen "Wir haben Hunger, wir wollen essen".

Die Plünderungen in mehreren Städten hatten in der vergangenen Woche begonnen. Argentinien befindet sich seit 42 Monaten in einer schweren Rezession. Die Arbeitslosigkeit stieg von Mai bis Oktober von 16,4 auf 18,3 Prozent.

Die Regierung von Präsident Fernando de la Rúa verfolgt einen strikten Sparkurs, um die Bedingungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für die Auszahlung von Krediten zu erfüllen. Der IWF hatte die für Dezember fällige Auszahlung einer Kredittranche in Höhe von rund 1,3 Milliarden Dollar gestoppt, weil die für dieses Jahr vereinbarte Schuldengrenze weit überzogen wurde. Ohne den eingefrorenen Milliardenkredit kann das mit 132 Milliarden Dollar verschuldete Land bereits zum Jahresende seine öffentlichen Schulden nicht mehr begleichen.

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