Demonstration in Rom
Mit Trillerpfeifen gegen die Fiat-Krise

Mit Slogans, Trillerpfeifen und Spruchbändern haben am Dienstag in Rom über zehntausend Beschäftigte des Fiat-Konzerns gegen die geplanten Stellenkürzungen des angeschlagenen Unternehmens demonstriert.

HB/dpa ROM. Gewerkschaftsvertreter sprachen von 20 000 Teilnehmern, die mit Bussen und Sonderzügen angereist waren. In einem langen Protestmarsch zogen die Demonstranten durch die Innenstadt der Ewigen Stadt, zahlreiche Bus-Verbindungen mussten ihre Routen ändern. "Wir wollen jetzt konkrete Verhandlungsergebnisse, wir fordern schriftliche Vereinbarungen", sagte ein Arbeiter im italienischen Fernsehen.

Das Fiat-Management will angesichts des Milliarden-Schuldenberges die Produktion drastisch drosseln und in ganz Italien 8100 Arbeitsplätze abbauen. Nach wochenlangen Protestaktionen verzweifelter Arbeiter und langwierigen Verhandlungen mit Regierung und Gewerkschaften hatte die Unternehmensführung am Montag einem Aufschub der für den 2. Dezember geplanten Entlassungen zugestimmt. Jetzt haben alle beteiligten Seiten noch bis zum 5. Dezember Zeit, alternative Lösungen zu finden. "Ein Rennen gegen die Zeit", kommentierte eine Zeitung.

"Diesen, wenn auch nur kleinen Schritt, haben wir unserem Kampf und unserer Einheit zu verdanken", erklärte Guglielmo Epifani von der Gewerkschaft CGIL. "Wir können den Kampf gegen das Fiat-Vorhaben nur dann gewinnen, wenn wir weiter vereint handeln. Sonst riskieren wir, unvereint zu verlieren", hieß es.

Fiat hatte zudem eingewilligt, rund 1800 Arbeiter eines Werks im sizilianischen Termini Imerese nach Juni 2003 wieder zu beschäftigen. Ursprünglich sollte die Fabrik geschlossen werden. "Aber wir können nicht immer weiter Autos produzieren, die nicht verkauft werden", erklärte Fiat-Generaldirektor Alessandro Barberis. "Es geht ja nicht darum, über einzelne Werke zu entscheiden. Das Problem ist viel größer, weshalb wir auf Investitionen in die Qualität der Produkte drängen", konterte ein Gewerkschaftsvertreter.

Am 5. Dezember sollen neue Verhandlungen in Rom stattfinden. Bis dahin haben die Gewerkschaften neue Protestaktionen angekündigt. "Jetzt geht der Kampf erst richtig los", hieß es. Der Protest richtet sich dabei nicht nur gegen die Fiat-Pläne, sondern auch gegen die Regierung. "Die Regierung muss endlich eine Position hinsichtlich des Plans einnehmen", sagten Gewerkschafter.

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