Demonstration vor US-Militärflughafen: 100 000 Menschen bei Lichterkette in Berlin

Demonstration vor US-Militärflughafen
100 000 Menschen bei Lichterkette in Berlin

Mit einer kilometerlangen Lichterkette haben am Samstagabend in Berlin weit mehr als 100 000 Menschen gegen den drohenden Krieg im Irak protestiert. Auch in anderen deutschen Städten gingen Tausende gegen einen immer wahrscheinlicher werdenden Militärschlag auf die Straße.

HB/dpa BERLIN/FRANKFURT/M./MÜNCHEN. In Frankfurt löste die Polizei nach rund drei Stunden eine Antikriegs-Sitzblockade vor der US-Airbase am Frankfurter Flughafen auf. Genau einen Monat nach der großen Friedensdemonstration in der Hauptstadt bildeten die Demonstranten in Berlin Hand in Hand eine 35 Kilometer lange leuchtende "Achse für den Frieden", standen dicht an dicht auf dem Boulevard Unter den Linden. Die Veranstalter sprachen von einer der weltweit größten Lichterketten. Es kamen weit mehr Menschen als ursprünglich erwartet.

In der Nähe der amerikanischen Botschaft hielten Berliner Kerzen und selbst gebastelte Laternen in den Abendhimmel und bildeten mit ihren Lichtern den Schriftzug "No War". "Wir sind überwältigt und begeistert", sagte Mitinitiatorin Jutta Kausch. Bereits am 15. Februar hatten mehr als eine halbe Million Menschen gegen den Krieg protestiert. Der Aufruf zur Berliner "Achse für den Frieden" wurde von Landesverbänden von SPD, PDS und Grünen sowie dem Deutschen Gewerkschaftsbund unterstützt.

In Karlsruhe versammelten sich rund 10 000 Kriegsgegner zu einer Kundgebung. In München und Nürnberg nahmen ebenfalls mehrere tausend Menschen an Demonstrationen teil. Rund 4000 Kriegsgegner in Nürnberg bildeten eine Menschenkette um die Altstadt. An der Protestaktion am Haupttor der US-Airbase am Frankfurter Flughafen beteiligten sich laut Polizei etwa 900 Menschen. 150 Demonstranten wurden weggetragen, 77 bis zum Ende der Demonstration in Gewahr genommen, wie ein Polizeisprecher sagte.

Die Behörden hatten die Blockade des Haupttores zu dem Militärflughafen am Freitag verboten. "Wir wollen Widerstand leisten, bevor Bomben auf Bagdad fallen und Sand im Getriebe sein", sagte Jochen Stay von der Friedenskampagne "resist" (Widerstand). Mehr als 400 Polizisten aus Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen begleiteten die Aktion vor der US-Airbase. Bereits vor drei Wochen hatten 2000 Menschen vor dem Luftwaffenstützpunkt demonstriert.

In Karlsruhe hatten die Veranstalter der Friedensdemonstration zunächst nur rund 2000 Teilnehmern erwartet. Nach Polizeiangaben verlief die Kundgebung ohne Zwischenfälle. In Freiburg protestierten rund 100 irakische Kurden gegen den Krieg. In Kassel formierten sich rund 1000 Menschen auf dem Königsplatz zu einem Friedenszeichen. In Ludwigshafen versammelten sich gut 300 Demonstranten zu einer Kundgebung. Im Bistum Limburg hatten katholische Orden und Verbände rund 15 000 Unterschriften gegen einen Irak-Krieg gesammelt. Die Liste war am Freitagabend an Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) übergeben worden.

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