Demonstration zum ersten Jahrestag der FPÖ-Regierungsbeteiligung in Wien
Schüssel zieht kritische Zwischenbilanz seiner Koalition

ap WIEN. Ein Jahr nach Bildung der Mitte-rechts-Regierung in Österreich hat Bundeskanzler Wolfgang Schüssel eine kritische Zwischenbilanz gezogen. In der Regierungsarbeit mit der Freiheitlichen Partei (FPÖ) sei Vieles gelungen, anderes aber nicht hundertprozentig geglückt, sagte Schüssel im Österreichischen Rundfunk (ORF). In Wien demonstrierten am Samstag mehrere tausend Menschen gegen die Regierung.

Die Koalition müsse noch lernen, "normale Umgangsformen in der Kritik" zu entwickeln, erklärte Schüssel. Kritiker sollten aber anerkennen, dass es zu keinem Rückfall in die 30er Jahre, in halb oder ganz autoritäre Stile gekommen sei, zitierte die österreichische Nachrichtenagentur APA den Kanzler.

In Wien beteiligten sich am Samstag mehrere tausend Menschen an einer Kundgebung gegen die Regierung. Zu der Demonstration hatten mehr als 60 Organisationen unter dem Motto "Ein Jahr Widerstand" aufgerufen. Dem Aufruf des Aktionskomitee gegen Schwarz-Blau folgten nach Schätzungen der Polizei rund 4 000 Demonstranten, die Veranstalter sprachen von 10 000 Teilnehmern. Schüssel und sein Kabinett mit Vizekanzlerin Susanne Ries-Passer von der FPÖ wurden am 4. Februar vergangenen Jahres vereidigt.

Nach einer Umfrage des Magazins "Format" beurteilen 35 % der Österreicher den Wechsel von der Großen Koalition zur ÖVP-FPÖ-Regierung positiv. 33 % der Befragten sprachen dagegen von einer negativen Entwicklung. 23 % erklärten, unter der neuen Regierung habe sich nichts geändert. Mit 60 % bedauert eine deutliche Mehrheit der Befragten nicht, dass der ehemalige Bundeskanzler Viktor Klima von der SPÖ nicht mehr Kanzler ist.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%