Demonstrationen erwartet
Frankreich macht gegen Le Pen mobil

60 Organisationen haben zu Demonstrationen gegen den Rechtsextremisten aufgerufen. Le Pen macht unterdessen wieder mit ausländerfeindlichen Forderungen von sich reden.

dpa PARIS. In Frankreich häufen sich die Aufrufe zum Protest gegen den rechtsradikalen Präsidentschaftskandidaten Jean-Marie Len Pen. Mehr als 60 Organisationen, darunter Anti-Rassismusbewegungen, Menschenrechtsvereinigungen, Grüne und Studentenorganisationen kündigten nach Behördenangaben für das Wochenende Demonstrationen an. Eine der größten Kundgebungen steht am Samstag in Paris bevor, zu der unter anderem Gewerkschaften, SOS Racisme, Grüne und die Anti- Globalisierungsbewegung Attac unter dem Motto "Für die Menschenrechte und Demokratie, gegen Rassismus und Le Pen" aufgerufen haben.

Unterdessen wächst der Druck auf den in der ersten Runde der Präsidentenwahl von Le Pen knapp geschlagenen Premierminister Lionel Jospin, entschieden gegen den Rechtsradikalen Position zu beziehen. Nach seiner Ankündigung, sich unmittelbar nach der Stichwahl am 5. Mai aus der Politik zurückzuziehen, hatte Jospin bislang geschwiegen. "Ich zweifle nicht dran, dass Jospin sich noch dafür aussprechen wird, eine Front gegen rechtsradikal zu bilden", sagte der sozialistische Partei-Chef François Hollande.

Präsident Jacques Chirac, dem in der Stichwahl gegen Le Pen eine überlegene Wiederwahl vorausgesagt wird, hat laut Umfragen deutlich an Vertrauen in der Bevölkerung gewonnen. Rund 52 % der Befragten trauten Chirac zu, die aktuellen Probleme in Frankreich zu lösen, zeigt eine Umfrage, die das am Samstag erscheinende "Figaro Magazine" veröffentlichte. Im Vormonat waren es lediglich 40 %.

Le Pen hat am Freitag vor der Presse erneut scharfe Töne gegen Ausländer angeschlagen und gegen den britischen Premierminister Tony Blair polemisiert. Der Rechtsradikale, der die Einrichtung von "Durchgangslagern" für illegale Ausländer vorgeschlagen hat, erklärte, er sei nicht rassistischer als Blair, der keine Flüchtlinge aus dem Lager Sangatte aufnehmen wolle. Le Pen schlug vor, doch "die Flüchtlinge mit einem Spezialzug an Blair zu schicken". Vom Rotkreuzlager Sangatte auf französischer Seite des Eurotunnels versuchen immer wieder illegale Einwanderer, durch den Tunnel Großbritannien zu erreichen.

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