Demonstrationen vor dem Düsseldorfer Landtag
Clement lädt zum Babcock-Gipfel

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) will bei einem Krisengipfel einen Versuch zur Rettung des angeschlagenen Maschinenbaukonzerns Babcock-Borsig unternehmen.

dpa DÜSSELDORF. Clement sagte am Dienstag vor rund 1500 Babcock-Mitarbeitern, die vor dem Landtag demonstrierten, er habe Anteilseigner, Banken und den Vorstand von Babcock für diesen Mittwoch nach Düsseldorf eingeladen. "Wir müssen uns mit allen solange an einen Tisch setzen, bis eine Lösung gefunden ist", sagte Clement.

Als letzten Strohhalm hatte Rainer Schilling, Mitglied im Betriebsrat von Babcock-Borsig, die Hilfe der Politik bezeichnet. Nur sie könne noch Einfluss auf die Banken nehmen. Sonst werde Babcock- Borsig zum einem weiteren "Opfer auf dem Altar des Raubtierkapitalismus".

Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Harald Schartau (SPD) kritisierte den Vorstand des Unternehmens scharf: "Was unten erwirtschaftet wird, wird oben wieder rausgepustet." Der Regierungschef rief die Großbanken auf, sich hinter den vom Unternehmensberater Roland Berger entwickelten Sanierungsplan zu stellen.

Clement sagte, Babcock verfüge bereits über eine Landesbürgschaft in Höhe von 35 Millionen Euro, die genutzt werden könne. Was das Land darüber hinaus noch tun könne, hänge von den Entscheidungen der Eigner und Banken ab. "Das Land ist aber kein Unternehmer", sagte Clement.

Scharfe Kritik übten die Demonstranten auch am früheren Babcock- Chef Klaus Lederer. Auf Transparenten war zu lesen: "Die Ratten verlassen das sinkende Schiff." Oberhausens Oberbürgermeister Burkhard Drescher (SPD) sagte: "Das ist ein Scherbengericht und es hat einen Namen: Klaus Lederer."

Hintergrund ist der Verkauf von Anteilen an der Kieler Werft HDW an den US-Finanzinverstor OEP durch Lederer. Die Werft galt als profitable Tochter. Der US-Aktionär Wyser-Pratte versucht inzwischen Babcock mit juristischen Mitteln zu zwingen, den Anteilsverkauf rückgängig zu machen. Lederer war nach dem Anteilsverkauf bei Babcock zurückgetreten und führt nur noch HDW als Vorstandschef. Zuvor hatte Lederer beide Unternehmen geführt.

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