Den 400 Beschäftigten solle nach Möglichkeit eine andere Stelle angeboten werden
SAP kündigt Ende für E-Commerce-Firma Pandesic an

Der Softwarehersteller SAP AG und der Chiphersteller Intel wollen ihr drei Jahre altes Gemeinschaftsunternehmen Pandesic wegen anhaltender Verluste schließen.

Reuters FRANKFURT. Der Softwarehersteller SAP AG und der Chiphersteller Intel wollen ihr drei Jahre altes Gemeinschaftsunternehmen Pandesic wegen anhaltender Verluste schließen. Ein SAP-Sprecher sagte am Montag in Walldorf, es habe sich gezeigt, dass das Geschäftsmodell von Pandesic "nicht in der Lage ist, ausreichend schnell in die Gewinnzone zu kommen". Pandesic bietet vor allem kleineren Firmen Computer samt passender Software für den elektronischen Handel (E-Commerce) an. Je die Hälfte der Pandesic-Anteile befinden sich in Besitz von SAP und Intel. Den 400 Beschäftigten solle nach Möglichkeit eine andere Stelle angeboten werden, hieß es. Der Kurs der SAP-Aktie legte an der Börse zu.

Der SAP-Sprecher bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Finanzzeitung "Wall Street Journal". Er sagte, die vor drei Jahren gegründete Pandesic nehme ab sofort keine Aufträge mehr an. Der bisherige Pandesic-Chef sei zurückgetreten, der Übergangsnachfolger sei damit beauftragt, das Unternehmen zu schließen. Der SAP-Sprecher verwies auf die grundsätzliche Meinung des Konzerns, dass neue Unternehmen es in überschaubarer Zeit schaffen müssten, Gewinne zu erzielen. "Pandesic hat es über die Jahre nicht geschafft, einen Weg aufzuzeigen, über den das Unternehmen schnell in die Gewinnzone kommen kann", sagte er.

SAP und Intel hatten Pandesic 1997 gegründet. Die Besonderheit des Unternehmens war es, dass es den Kunden die Computer samt Software für den elektronischen Handel zunächst ohne Kaufpreis zur Verfügung stellte. Die Einnahmen für Pandesic entstanden dann auf Provisionsbasis gemessen an den Umsätzen der Kunden im Handel via Internet. In einem solchen Geschäftsmodell sind also Anlaufverluste für eine gewisse Zeit vorprogrammiert. SAP hatte aber bereits in der Vergangenheit mehrfach erklärt, das Geschäft von Pandesic entwickele sich schleppender als erwartet.

1999 hatte Pandesic mit Sitz in Santa Clara in den USA bei einem Umsatz von sieben Mill. Euro einen Verlust von 44,1 Mill. Euro erzielt. Der Verlust war damit nochmals höher ausgefallen als im Jahr zuvor. Der SAP-Sprecher sagte, im ersten Halbjahr 2000 sei der Verlust von Pandesic "sicher nicht weniger geworden". Den Kunden von Pandesic solle der Wechsel auf eine andere E-Commerce-Plattform - vorzugsweise der Internet-Plattform mySAP.com von SAP - angeboten werden.

Der SAP-Sprecher betonte, dass die jetzige Entscheidung nicht auf das Produkt von Pandesic zurückzuführen sei. Das Produkt selbst werde von den Kunden und auch von Branchenexperten bei Banken als gut beurteilt. "Von der Technologie her kam es vielleicht sogar ein wenig zu früh", sagte er. Letztlich sei es aber das Geschäftsmodell, dessen Aussichten nun als nicht ausreichend beurteilt würden.

An der Börse legte der Kurs der SAP-Vorzugsaktie am Montag zu. Am späten Vormittag wurde die Aktie im Xetra-Handel bei 237 Euro notiert und lag damit um knapp 2,4 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag. Das Börsenbarometer Dax, in dem auch die SAP-Aktie enthalten ist, lag zum gleichen Zeitpunkt in etwa auf dem Schlussniveau vom Freitag.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%