Den Affären zum Trotz
Leipzig bleibt bei Olympia-Bewerbung

Mit neuen Führungspersönlichkeiten und einem "Schlussstrich" unter den personellen Verfehlungen startet Leipzig den letzten Versuch, die beschädigte deutsche Olympia-Bewerbung noch zum Erfolg zu führen.

HB FRANKFURT. Trotz einer Reihe von Rückschlägen und Affären hält Leipzig an der Bewerbung als Austragungsort für die Olympischen Sommerspiele 2012 fest.

"Der Aufsichtsrat (der Olympia-Bewerbungsgesellschaft) wird geschlossen und einmütig die Bewerbung vorantreiben", kündigte der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Klaus Steinbach, nach einer Krisensitzung am Mittwochabend in Frankfurt an. Zum neuen Chef der Gesellschaft sei der der frühere Wella-Vorstandsvorsitzende Peter Zühlsdorff bestimmt worden. "Wir wollen, dass Leipzig von allen wieder als Bewerber angenommen wird", betonte Zühlsdorff.

"Wir haben einen Schlussstrich unter die Vorkommnisse gezogen", sagte der auch für den Sport zuständige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) mit Blick auf die Querelen der vergangenen Wochen. Er hoffe, dass die Bewerbung Leipzigs nun frischen Schwung bekomme. Leipzig hatte sich im April als Olympia-Kandidat gegen die anderen deutschen Bewerber-Städte Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart durchgesetzt. Ein Erfolg gegen internationale Mitbewerber wie London, Madrid, New York und Paris gilt allerdings nach einer ganzen Reihe von Affären als unwahrscheinlich.

Zunächst musste der Geschäftsführer der Leipziger Olympia-Bewerbungsgesellschaft, Dirk Thärichen, Mitte Oktober wegen Stasi-Vorwürfen gehen. Ebenfalls wegen Stasi-Vorwürfen hatte zuvor bereits der Chef der Rostocker Fördergesellschaft, Harald Lochotzke, seinen Hut genommen. In Rostock sollen die Segel-Wettbewerbe stattfinden. Auch der Olympia-Beauftragte der Stadt Leipzig, Burkhard Jung, musste seinen Platz räumen. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf illegale Zahlungen an ein Werbe-Unternehmen. Olympia-Staatssekretär Wolfram Köhler schließlich wurde wegen des Verdachts auf Begünstigung von seinem Amt suspendiert.

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