Den Blick nach vorne richten
Kommentar: Kopf hoch, Jungs!

Nach dem Aus bei der EM gilt es, eine Mannschaft aufzubauen, die bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land durch einen starken Willen und spielerische Elemente glänzt.

Wer die zweite Halbzeit der deutschen Elf gegen die - durch Einwechslungen von Milan Baros und Supertechniker Karel Poborsky stetig verbesserte - tschechische Mannschaft gesehen hat, kann Rudis Truppe nicht vorwerfen, nicht alles versucht zu haben. Mit der Einwechslung von Lukas Podolski kam neuer Schwung und Elan in das Spiel der DFB-Elf. Plötzlich entwickelten sich gefährliche Strafraumaktionen - der Standfußball der ersten Halbzeit schien vergessen.

Lukas Podolski war von der ersten Minute an präsent auf dem Platz. Tatsächlich wurde er zu wenig angespielt. Bernd Schneider hätte mindestens zwei Mal auf den besser postierten Podolski ablegen können, der völlig frei am zweiten Pfosten auf ein Zuspiel lauerte.

Dennoch ist dieses Vorrunden-Aus keine Schande. Lichtblicke waren vor allem Philipp Lahm, der wieder einmal ein tolles Spiel auf der linken Seite lieferte, oder Bastian Schweinsteiger, der den Treffer von Michael Ballack perfekt vorbereitete. Es gibt noch eine Reihe weiterer Spieler aus der jungen Garde, die Hoffnung für die WM 2006 im eigenen Land machen: Christoph Metzelder, Paul Freier, Sebastian Deissler oder Thomas Hitzelsberger - um nur einige zu nennen.

Es gilt nun also, in den kommenden zwei Jahren ein schlagkräftiges Team aufzubauen. Wichtig wird sein, dass im ersten Pflichtspiel bei der WM 2006 eine eingespielte Mannschaft auf dem Platz steht und jeder Spieler von der ersten Minute an alles gibt.

Dennoch muss sich Rudi Völler bei dieser EM auch für einige Entscheidungen kritisieren lassen. So war das Team nicht richtig eingespielt. Gerade im Sturm ist es unabdingbar, dass die Sturmpartner ein blindes Spielverständnis haben und die Laufwege des anderen im Schlafe vor sich sehen. Ein Einsatz von Podolski gegen Lettland wäre sicher kein Nachteil gewesen. Außerdem hat es der Team-Chef nicht geschafft, die National-Elf so heiß zu machen, dass sie im entscheidenden Spiel von der ersten Minute an rackert und einen absoluten Siegeswillen zeigt.

Warum wurde die erste Halbzeit erneut total verschlafen. Diese und andere Fragen müssen von der Führungs-Mannschaft analysiert werden. Ob Rudi Völler danach noch der Trainer des DFB-Teams ist, wird sich zeigen. Von sich aus wird er vielleicht zurücktreten, da Völler sehr hohe Erwartungen an seine eigene Person hat. Für diesen Fall würde Ottmar Hitzfeld wohl parat stehen und als heißester Kandidat auf die Völler Nachfolge gehandelt werden.

Also: Kopf hoch, Jungs! Lasst euch nicht hängen, denn in zwei Jahren habt Ihr die große Chance, den Weltmeistertitel im eigenen Land zu gewinnen. Nur das zählt jetzt. Die Vorstellung bei der EM und das große Ziel WM 2006 vor Augen sollte genug Motivation für kommende Aufgaben sein.

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