Den Fernseh-Shows geht der Stoff im Wahlkampf nicht aus
Kandidaten lassen kein Fettnäpfchen aus

Jedes Fettnäpfchen, in das die Präsidentschaftskandidaten treten, wird im US-Fernsehen breit ausgewalzt. Den Fernseh-Shows geht der Stoff nicht aus. Selbst kleinste Entgleisungen kosten so schnell tausende Wählerstimmen.

HB WASHINGTON. Präsident George W. Bush und Senator John Kerry reden bei jedem Wahlkampfauftritt vom Krieg, Gesundheitswesen und der Wirtschaft. Experten nehmen die Positionen stundenlang im Fernsehen auseinander, Zeitungen liefern das Für und Wider jeder Polit-Nuance. Doch wenige Tage vor der Wahl liegen die Kandidaten Kopf an Kopf. Da können Randfacetten den Ausschlag geben, die ein Schlaglicht auf die Kandidaten werfen - zum Beispiel Fettnäpfchen, in die sie treten, oder schonungslose Frotzeleien in Late-Night-Fernsehshows.

Besonderes Gewicht wird dem "Kulturphänomen" (Washington Post) Jon Stewart beigemessen. In seiner erfolgreichen halbstündigen "Daily Show" nimmt er täglich die neuesten Wahlkampfauftritte aufs Korn. Die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen sagte in einer Umfrage des Pew-Instituts, sie informiere sich manchmal oder regelmäßig über die Ereignisse des Tages bei Stewart. Eine Kostprobe: Die "Daily Show" zeigt Ausschnitte aus einem Interview mit Vizepräsident Richard Cheney, der sagt, dass alle Iraker ihm "bis auf den letzten Mann" immer versichern, sie seien den USA dankbar für die Befreiung des Landes vom Diktator Saddam Hussein. "Ja??? Haben Sie auch mal die Leute mit den Bomben gefragt?" kommentiert Stewart gespielt ungläubig.

Late-Night-Talkmaster Jay Leno nahm Vizepräsidentschaftskandidat John Edwards aufs Korn. Dessen Flugzeug musste neulich den Start abbrechen, weil ein Blinklicht nicht funktionierte. "Offenbar war nicht genügend Strom an Bord, um gleichzeitig den Blinker und Edwards Föhn zu speisen", frotzelte Leno in Anspielung auf Edwards angebliche Eitelkeit um seine Haarpracht.

Seite 1:

Kandidaten lassen kein Fettnäpfchen aus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%