Den ganzen Markt in einem Papier
Zertifikate als interessante Alternative zu Indexfonds

Wollen Anleger auf den Anstieg eines Indexes setzen, können sie Indexfondsanteile erwerben. Als Alternative dazu werden Indexzertifikate immer beliebter. Doch die Zusammensetzung eines Indexes muss nicht den Präferenzen des Investors entsprechen. Neue Aktienkorbzertifikaten tragen dem Rechnung.

HB. Aktien sind in der privaten Vermögensbildung wegen ihrer potenziellen Kurschancen als langfristige Kapitalanlage besonders attraktiv. Im Gegensatz zu festverzinslichen Wertpapieren entfällt der Großteil der erzielbaren Rendite bei Aktien auf steuerfreie Ertragsanteile, sofern die Spekulationsfrist von 12 Monaten beachtet wird. Allerdings sind auch die Risiken gegenüber festverzinslichen Anlageformen höher; Investitionen müssen daher sorgfältig abgewogen werden. Wer diesen Aufwand scheut, kann sich der Produkte von Anlageprofis bedienen; dazu zählen Investmentfonds, Indexprodukte oder auch themengebundene Aktienkorbzertifikate.

In einem durch Globalisierung geprägten Kapitalmarkt hat der Privatanleger mit der Direktanlage in Aktien die "Qual der Wahl". Allein die fast unüberschaubare Anzahl möglicher Titel aus unterschiedlichen Marktsegmenten, Branchen und Regionen führt häufig zu einer Überforderung des Anlegers. Gegenüber professionellen Investmentfondsgesellschaften ist er bei der Informationsbeschaffung und-verarbeitung deutlich im Nachteil. Doch auch für Researchabteilungen und Fondsmanager von Investmentgesellschaften stellt die Menge an Informationen eine Herausforderung dar, die - wie die Streuung der Ergebnisse auch bei professionellen Marktteilnehmern zeigt - nicht immer überzeugend gelöst werden kann.

Bewusst auf Detailinformationen verzichten

Anleger, die in Aktienfonds investieren, verzichten bewusst auf Detailinformationen. Änderungen in der Anlagepolitik sind für sie nicht erkennbar. Der Anleger weiß daher auch nicht, ob der von ihm gewählte Fonds gerade vollständig investiert ist oder ob liquide Mittel vorgehalten werden. An einem Kursanstieg kann er dann nicht in vollem Maße partizipieren. Auch die Gebühren sind nur bedingt transparent, da die Vergütung des Fondsmanagements zuzüglich der Ausgabeaufschläge neben fixen häufig auch variable, wie z.B. erfolgsabhängige Prämien beinhaltet.

Alternativ zu Fonds haben sich in den letzten Jahren Indexzertifikate und themenbezogene Aktienkorbzertifikate einen zunehmenden Anteil am Markt der langfristig orientierten Aktienanlage gesichert.

Ein Aktienindex repräsentiert eine Auswahl von Einzelwerten, die nach einem festgelegten Schema gewichtet sind. Die Emittenten von Indexzertifikaten geben Anteilsscheine an die Anleger aus, die einen Anspruch auf Teilhabe an der Entwicklung des Aktienindex verbriefen. Da die Emittenten nicht aktiv agieren, sondern nur den Index nachbauen, entstehen weder laufende Verwaltungsgebühren noch müssen Erfolgsprämien gezahlt werden.

Passive Anlagestrategie

Anleger, die in Indexzertifikate oder Indexfonds investieren, verfolgen eine passive Anlagestrategie. Sie verlassen sich darauf, dass sich durch die Effizienz der Märkte alle wesentlichen Informationen in den Wertpapierpreisen widerspiegeln. Unternehmensspezifische Risiken sind durch die breite Streuung des Vermögens auf die im Index enthaltenen Unternehmen weitgehend reduziert.

Ein wichtiger Grund, die Investition in Indizes genau zu prüfen, liegt in deren Charakter: Ein Index spiegelt die Entwicklung eines bestimmten Marktsegmentes wider. Er repräsentiert in gewisser Weise einen Durchschnitt, da er diejenigen Aktien berücksichtigt, welche die Aufnahmekriterien wie Börsenkapitalisierung, Umsatz, Branchenzugehörigkeit etc. des jeweiligen Börsenindex erfüllen. Da Performanceerwartungen und Risikoprofil kein Kriterien sind, muss die Anlage in einem Marktindex nicht einer Investition entsprechen, die der Anleger unter Ertrags- und Risikogesichtspunkten bevorzugen würde. An diesem Punkt setzen die Emittenten von Aktienkorbzertifikaten an.

Aktienkorbzertifikate als Alternative

Wie bei Indexzertifikaten werden für einen Anlagekorb, der ausgewählte Aktien enthält, Anteilsscheine ausgegeben. Die Selektion der Aktien wird jedoch vom Emittenten selbst bestimmt. Durch gezielte Auswahl einzelner Werte und die richtige Einschätzung der Investmentthemen im Sinne der langfristig wertbestimmenden volkswirtschaftlichen Entwicklungen, sind deutlich höhere Vermögenssteigerungen möglich. Um das Risiko zu reduzieren, wird die Titelstruktur diversifiziert. Nach der Zusammenstellung des Aktienkorbes wird dieser für einen bestimmten Zeitraum fixiert, um den Eintritt des Planungserfolges zu ermöglichen. Die Konstruktion ist einfach und transparent. Darüber hinaus ist sichergestellt, dass der Anleger stets voll investiert ist.

Aktienkorbzertifikate, definieren Investmentthemen, von denen sich der Anleger in der Zukunft einen nachhaltigen Wertzuwachs verspricht. Die gesellschaftlichen Umwälzungen und wirtschaftlichen Perspektiven, beispielhaft seien die Globalisierung der Märkte, das Aufbrechen von Monopolstrukturen und der technologische Fortschritt genannt, bringen eine Vielzahl interessanter unternehmerischer Chancen mit sich, an denen auch der Anleger partizipieren kann.

Genauso wie bei der Anlage in einzelne Aktien, hat man bei Aktienkorbzertifikaten die Möglichkeit, am variablen Handel der Börse teilzunehmen. Der Preis der Zertifikate wird laufend ermittelt und nicht wie bei Investmentfonds nur einmal börsentäglich festgestellt. Dies ermöglicht dem Anleger, flexibel auf Marktveränderungen reagieren zu können. Vor einem Investment sollte er jedoch noch einen kurzen Blick auf den Emittenten werfen, der seine Ansprüche verbrieft hat. Anders als bei Investmentfonds, bei denen die Kundengelder getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwaltet werden, richten sich bei Aktienkorbzertifikaten die Forderungen des Anlegers direkt an den Emittenten.

Die klassischen Investmentfonds haben heute mit den Index- und Aktienkorbzertifikaten eine ernstzunehmende Konkurrenz erhalten. Mit diesen Anlagevarianten haben sich die Wahlmöglichkeiten für den Privatanleger vergrößert und damit auch entscheidend verbessert. Wenn das Investmentthema stimmt und die geeignete Aktienauswahl vom Emittenten getroffen wurde, hat jeder Anleger die Möglichkeit, mit einem gut diversifizierten, international ausgerichteten Aktienkorbzertifikat sein Portfolio aufzuwerten.

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