Den ganzen Sonntag ber gab es Gespräche
INA erwägt Erhöhung des Angebots für FAG

Bei der spektakulären Übernahmeschlacht um den Schweinfurter Wälzlagerhersteller FAG Kugelfischer zeichnet sich offenbar ein Ende ab. Nach Informationen aus Branchenkreisen gibt FAG Kugelfischer den Widerstand gegen die Übernahme auf, wenn die INA-Gruppe ihr Angebot nachbessert.

cbu/jojo MÜNCHEN. Wie gestern aus Branchenkreisen verlautete, suchen beide Seiten, also sowohl die INA-Gruppe, die eine feindliche Übernahme plant, als auch FAG nach einer Lösung. Den ganzen Sonntag über fanden offenbar Gespräche zwischen beiden Wälzlagerherstellern statt. Eine Bestätigung gab es dafür nicht.

Eine schnelle Einigung sei inzwischen möglich, heißt es in Branchenkreisen. Danach könnte INA das Übernahmeangebot auf zwölf bis 13 Euro erhöhen. Bisher werden den FAG-Aktionären von INA 11 Euro geboten. Die Angebotsfrist läuft noch bis kommenden Montag. Im Gegenzug würde FAG dann den Widerstand gegen die Übernahme durch INA aufgeben.

FAG hatte bisher vergeblich versucht, einen so genannten "weißen Ritter" zu finden, also einen Interessenten, der ein besseres Angebot als INA vorlegt. Die Gespräche mit der japanischen NTN-Gruppe sind jedoch in der vergangenen Woche gescheitert. Wenig Glück auf der Suche nach einem Retter hatte das Traditionsunternehmen auch bei Finanzinvestoren. Weil INA innerhalb weniger Tage nach Ankündigung der Offerte über die Börse bereits 20 % der Aktien gekauft hatte, war ein Einstieg für Finanzinvestoren schnell unattraktiv. Zudem hat Maria-Elisabeth Schaeffler, die Mitinhaberin von INA, ebenfalls mindestens 5 % der Aktien gekauft. Zusammen hätte INA damit eine Sperrminorität bei FAG.

Daraufhin wollte FAG jetzt ein Rückkaufprogramm für eigene Aktien starten und damit den Aktionären mehr bieten als INA. Ob dafür ein formeller Beschluss der Hauptversammlung notwendig wäre, ist offen. Darüber hinaus hatte FAG seinen Aktionären auch eine Sonderdividende in Aussicht gestellt. Damit erhöhte sich der Druck auf INA, die Übernahmeofferte zu erhöhen. Zudem hatte INA mitgeteilt, die Übernahme nochmals zu überdenken, wenn der Konzern nicht mindestens 75 % der FAG-Aktien bekommt. Der Hintergrund: INA ist eine Familiengesellschaft, die nicht an die Börse will. Seitdem INA am 10. September die Übernahme-Offerte für FAG lanciert hatte, haben sich beide Unternehmen eine erbitterte Auseinandersetzung geliefert.

FAG selbst setzte wegen der schwierigen Verhandlungen vor allem auf Zeitgewinn. In Zeitungsanzeigen appellierte FAG-Chef Uwe Loos immer wieder an die Aktionäre, ein höheres Angebot abzuwarten. Bankenkreise in München bewerten FAG mit rund 20 Euro. Auch Loos betonte immer wieder, dass sein Unternehmen mit 11 Euro unterbewertet sein.

Sollte es jetzt zu einem Zusammenschluss kommen, entstünde einer der größten Wälzlager-Konzerne weltweit. Gemessen am Umsatz würden INA/FAG auf Rang zwei nach der schwedischen SKF vorrücken. Das Unternehmen hätte einen Umsatz von 6,4 Mrd. Euro und würde 52 000 Mitarbeiter beschäftigen.

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