Den Sieg im Springen verspielt: Deutsche Kombinierer verpassen Titel knapp

Den Sieg im Springen verspielt
Deutsche Kombinierer verpassen Titel knapp

"Es wäre mehr drin gewesen", meinte Bundestrainer Hermann Weinbuch, doch letztendlich musste sich das deutsche Team den Österreichern geschlagen geben.

dpa VAL DI FIEMME. Ronny Ackermann winkte nur kurz ins Publikum, die Sektflaschen blieben ungeöffnet: Nach Silber im Team-Wettbewerb fiel der Jubel bei den deutschen Kombinierern bei den nordischen Weltmeisterschaften am Montag in Val di Fiemme verhalten aus. 12,6 Sekunden fehlten dem DSV-Quartett zum erhofften Titelgewinn, den Österreich mit dem starken Schlussläufer Felix Gottwald ausgelassen feierte. "Es wäre etwas mehr drin gewesen, aber wir haben einen super Wettkampf geliefert und Silber gewonnen, nicht Gold verloren", zog Bundestrainer Hermann Weinbuch dennoch ein positives Fazit.

Den möglichen Sieg hatten Einzel-Weltmeister Ackermann (Oberhof), Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt), Georg Hettich (Schonach- Rohrhardsberg) und Thorsten Schmitt (Furtwangen) im Springen verspielt. Statt des erhofften Vorsprungs nahm das deutsche Team einen Rückstand von 13 Sekunden in die Staffel mit. "Nach dem sehr guten ersten Durchgang haben im zweiten nicht alle ihre optimale Leistung gebracht", trauerte Weinbuch einer besseren Ausgangsposition für den Langlauf nach.

Die Entscheidung fiel auf der letzten Schleife, als Ackermann seinem Dauerrivalen Gottwald nicht mehr folgen konnte. "Ich hatte auf einen Endspurt spekuliert, aber er war am Berg zu stark", kommentierte der Oberhofer den entscheidenden Vorstoß des Österreichers drei Kilometer vor dem Ziel. Der 25-Jährige fand dann auch schnell wieder seinen Humor. "Gottwald hat hinter mir ein paar Mal geflucht, weil er nach vorn wollte. Da habe ich ihm gern den Vortritt gelassen", sagte Ackermann. Zuvor hatte Kircheisen das DSV - Team auf der dritten Runde mit einem energischen Zwischenspurt erstmals in Führung gebracht. "Ich musste über die Schmerzgrenze gehen", bekannte der Junioren-Weltmeister, der am Vormittag beim zweiten Sprung gepatzt hatte.

Zur tragischen Figur wurde Thorsten Schmitt. Der ältere Bruder des viermaligen Skisprung-Weltmeisters Martin ging als Startläufer zu schnell an und musste den Österreicher Michael Gruber davon ziehen lassen. "Die Nervenbelastung war bei ihm am größten. Er hat etwas überdreht, sonst wäre der Plan aufgegangen", analysierte Weinbuch, der dem Furtwangener aber keinen Vorwurf machte. "Wir sind eine Mannschaft, in der jeder für den anderen kämpft", stellte auch Georg Hettich fest.

"Es war ein brutaler Lauf. Ich habe mich am Anfang etwas übernommen und bin nach zwei km kräftemäßig in ein Loch gefallen", erklärte der 27-jährige Schmitt. An Position II konnte Hettich den Abstand von 35,5 auf 18,7 Sekunden verkürzen. "Das war ein gutes Rennen von mir. Für mich zählte nur, so viel wie möglich aufzuholen und von den Finnen wegzukommen", sagte der WM-Vierte im Einzel.

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