Denkanstöße von der Bundesbank

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Denkanstöße von der Bundesbank

"Die beste Ruck-Rede, die der Kanzler am Freitag halten könnte, hätte nur drei Worte: Ich trete zurück."

Mit dieser Formulierung verstärkte der Vorstandschef eines bekannten Unternehmens meine Skepsis gegenüber der voraussichtlichen Wirkungskraft des Maßnahmenpakets, das uns morgen präsentiert wird.

Derartige Hoffnungen kann aber selbst ein Optimist wie ich nicht teilen. Kurz nach diesem Gespräch rief mich gestern Nachmittag ein erfahrener Vermögensverwalter an und beklagte mit deprimiertem Unterton: "Allianz unter 60, Bayer bei 10, der Dax unter 2200 - Deutschland ist so billig zu haben wie nie zuvor!". Meine zynische Antwort lautete: "Noch schlimmer ist: Uns will keiner kaufen!"

Die Lage ist schlimm, keine Frage. Immer deutlicher erkennt der Kapitalmarkt seit einigen Tagen, dass die politischen und vor allem die wirtschaftlichen Risiken in seinem Umfeld dramatisch zunehmen - auch ohne die alles überschattende Kriegsgefahr. Und deshalb geht es jetzt auch nicht mehr um einzelne Maßnahmen, sondern um einen großen Wurf - um ein Bündel von Maßnahmen, das als ein schlüssiges Ganzes erkennbar ist.

In der Finanzwelt gibt es seit 1986 einen klangvollen Begriff dafür: "Big Bang". Damals entschloss sich die Londoner City zu wegweisenden Schritten der Deregulierung und Modernisierung ihres Kapitalmarkts, um ihre Position im internationalen Wettbewerb zu stärken. Die Finanzmarktförderung selbst macht bei uns bekanntlich gute Fortschritte.

Nein, Deutschland als Ganzes braucht so etwas wie einen Big Bang. Noch hat das Kanzleramt ein paar Stunden Zeit, eine positive Überraschung für morgen vorzubereiten. Meine Empfehlung an Berlin: Studieren Sie noch einmal den bisher einzigartigen Brandbrief "Wege aus der Krise", den Sie seit ein paar Tagen auf dem Tisch haben!

Absender ist die Deutsche Bundesbank. Deren Denkanstöße im Allgemeinen wie im Detail wären der große Wurf: "Die vielfältigen Herausforderungen müssen jetzt in ihrer Gesamtheit angepackt werden", fordern die Währungshüter.

Wir werden morgen genau zuhören - machen Sie?s gut!

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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