Dennoch kräftige Kursgewinne
Nur sechs Dax-Firmen schlugen Erwartungen

Knapp die Hälfte der deutschen Blue-Chip-Unternehmen haben mit ihren Quartalszahlen zum Ende September die durchschnittlichen Prognosen der Analysten verfehlt. Das geht aus Daten hervor, die die Nachrichtenagentur Reuters aus den Schätzungen der Experten ermittelt hat. Die schwachen Zahlen der Top-Firmen spiegeln nach Ansicht von Fachleuten die Wirtschaftsflaute in Deutschland wider.

Reuters FRANKFURT. Von den 27 Firmen des 30 Unternehmen umfassenden deutschen Börsenbarometers Dax, die bislang ihre Geschäftszahlen präsentiert haben, konnten nur sechs die Analystenerwartungen schlagen. Acht Unternehmen trafen in etwa die Prognosen, wobei die Abweichung der vorgelegten Zahlen von der Konsensus-Schätzung der Analysten weniger als fünf Prozent betrug. 13 Unternehmen wiesen unerwartet schlechte Zahlen aus.

"Die Zahlen spiegeln eindeutig das (konjunkturelle) Umfeld in Deutschland wider, das furchtbar ist", sagte Gareth Evans, Aktienstratege für Europa bei ING Barings in London.

Investoren hatten noch schlimmeres erwartet

Mit einem Netto-Rekordverlust von 24,5 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten schockierte zum Beispiel die Deutsche Telekom die Investoren. Auch der Versicherungsgigant Allianz verbuchte im dritten Quartal einen Rekordfehlbetrag von 2,5 Milliarden Euro. Trotz der miserablen Zahlen verzeichneten die Aktien der beiden Dax-Unternehmen am Tag der Vorlage ihrer Zahlen kräftige Kursgewinne. Die Allianz-Dividendenpapiere schossen acht Prozent in die Höhe und die T-Aktien fünf Prozent. Investoren hätten noch Schlimmeres erwartet, hatten Analysten die Kursbewegung erklärt. Darüber hinaus wiesen die Experten darauf hin, dass die Dax-Unternehmen offenbar versucht hätten, alle schlechten Nachrichten in die Ergebnisse des dritten Quartals "zu packen".

Die meisten Dax-Unternehmen wollten keinen Ausblick auf das kommende Jahr geben. Sie verwiesen auf die ungünstigen wirtschaftlichen Aussichten und die volatilen Aktienmärkte. Positiv überraschte dagegen der Bauelementehersteller Epcos, der Mitte November seine Zahlen vorlegte und einen Aufschwung in der Branche prophezeite.

Investoren zeigten sich von der Nachricht begeistert, die Aktie kletterte an dem Tag 20 Prozent in die Höhe. "Nach zwei Jahren in Folge, in denen sich die Prognosen der Firmen als zu optimistisch herausstellten, wollen sie nicht den gleichen Fehler wieder begehen," sagte Matthias Jörss, Aktienstratege bei der Privatbank Sal. Oppenheim in Frankfurt.

Der Reisekonzern TUI, ehemals Preussag, und der Rückversicherer Münchner Rück wollen ihre Zahlen erst am 28. November vorstellen. Der Stahlproduzent Thyssen-Krupp plant die Vorlage seiner Bilanz für den 5. Dezember.

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