Depots sollten jedes Jahr auf den Prüfstand
Beim Fondssparen bleiben Wünsche offen

Bei vielen Sparplan-Depots ist eine Struktur im Einklang mit den Sparzielen des Anlegers nicht zu erkennen.

DÜSSELDORF. Im so genannten "verflixten siebten Jahr" scheitern nicht nur überdurchschnittlich viele Ehen. Auch bei Fondssparplänen gilt dieses Jahr der Laufzeit als kritische Grenze: "Nach sieben Jahren werden die Leute nervös. Viele geben dann ihr Langfristsparziel auf und brechen den Sparplan ab", hat Iris Albrecht, Vorstand der Vermögensverwaltung Fonds-Kapital, beobachtet.

Vor allem in diesen mauen Börsenzeiten macht regelmäßiges Fondssparen nicht wirklich Freude. Obwohl sich gerade bei dieser Anlageform ein langer Atem auszahle, meint nicht nur die Schweizer Bank von Ernst. Fondssparpläne eigneten sich sehr gut, um langfristige Sparziele wie die Altersvorsorge oder das eigene Haus zu erreichen, meint auch Fondsexpertin Albrecht. Der Branchenverband BVI Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften hat nachgerechnet: Danach konnte ein Anleger, der 30 Jahre lang im Monat 50 Euro in einen Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland anlegt hat, am Ende (Stichtag 31. März 2001) über ein durchschnittliches Depotvermögen von rund 128 000 Euro verfügen (eingezahlte Summe 18 000 Euro unter Berücksichtigung des Ausgabeaufschlags.)

Anleger sollten allerdings ihre Sparplan-Aufstellung regelmäßig prüfen, rät Günter T. Schlösser, Geschäftsführer der Kölner Vermögensverwaltung Portfolio Concept. "Bei vielen Sparplan-Depots ist keine Struktur im Einklang mit den Sparzielen des Anlegers zu erkennen", hat der Experte beobachtet. Beide Fondspicker raten: Mindestens einmal im Jahr sollte der Anleger die Sparpläne unter die Lupe nehmen, ob sie noch zu den Zielen passen.

Obwohl die Direktbanken in jüngster Zeit das Angebot aufgebessert haben, bleibt so mancher Wunsch offen. Fondssparpläne gelten als bequeme Sache, denn der Anleger verhält sich in jeder Börsenphase antizyklisch: Da der Investor jeden Monat einen festen Betrag in Fonds steckt, erwirbt er relativ viele Anteile, wenn die Kurse im Keller sind, und vergleichsweise wenige, wenn die Preise an den Börsen teuer sind. Dieser so genannte Cost-Average-Effekt glättet die Kursschwankungen und senkt den durchschnittlichen Kaufpreis. Doch auch bei diesem Vorgehen können Anleger einiges falsch machen. "Viele Sparpläne werden nach und nach abgeschlossen. Oft wird dann das in den Sparplan gepackt, was gerade in Mode ist, wie Technologie oder Biotech.

Im Ergebnis ist Vermögensaufteilung oft zu aggressiv", erklärt Schlösser von Portfolio Concept. Iris Albrecht rät zu einem dreistufigem Vorgehen: Im Schritt eins muss sich der Anleger über seine Sparziele klar werden. Im Schritt zwei sollen die passenden Märkte und Anlegeklassen ausgewählt werden (Aktien/Renten). Im dritten Schritt beginnt die Suche nach den passenden Fonds für die entsprechenden Marktsegmente.

Auch nach Einrichtung der Sparpläne sollten Anleger ihr Depot nicht aus den Augen lassen. "Erfahrungsgemäß ändern sich alle drei Jahre die Lebensumstände, etwa durch einen Jobwechsel", sagt Iris Albrecht. Dann muss auch die Fondsaufteilung auf den Prüfstand. Günter Schlösser von Portfolio Concept warnt aber davor, einen Fonds bereits nach einem Jahr aus dem Depot zu werfen, sollte er in dem Jahr schlechter als der Vergleichsindex abgeschnitten haben. "Es besteht die Gefahr, nur den Gewinnern des vorigen Jahres hinterher zu laufen", meint er. Iris Albrecht rät dazu, die Gründe für eine schlechte Performance zu analysieren: "Hat das Management einen wichtigen Trend verschlafen? Hat es Änderungen im Fondsmanagement gegeben? Das sind einige Punkte, die eine Underperformance erklären können." Sollte ein Fonds aber zwei oder mehr Jahre schlechter als der Vergleichsindex abschneiden, sollten Anleger ihn durch ein besseres Produkt des Segmentes austauschen. Beim jährlichen Fondscheck kann es überdies ratsam sein, bei einem sehr gut gelaufenen Fonds einmal Gewinne mitzunehmen.

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