Deproma stellt Strafanzeige
Verdacht auf Kursmanipulation bei Gold-Zack

Ein vorgetäuschtes Übernahmeangebot hat am Freitag zu Kursturbulenzen bei Gold-Zack geführt. Innerhalb der ersten zwei Handelsstunden stieg der Kurs bei großen Handelsvolumina um mehr als 86 %, fiel aber schnell auf Vortagsniveau zurück.

HB - DÜSSELDORF. Ein vorgetäuschtes Übernahmeangebot hat am Freitag zu Kursturbulenzen bei Gold-Zack geführt. Innerhalb der ersten zwei Handelsstunden stieg der Kurs bei großen Handelsvolumina um mehr als 86 %, fiel aber schnell auf Vortagsniveau zurück. Verwirrung hatte eine dubiose E-Mail-Nachricht ausgelöst, die von den Nachrichtenagenturen dpa, vwd und Reuters weiterverbreitet wurde.

Darin hieß es, die Deproma Sechsundzwanzigste Vermögensverwaltungs AG, Berlin, will den Gold-Zack-Aktionären ein Übernahmeangebot in Höhe von drei Euro je Aktie unterbreiten. Allerdings existiert unter diesem Namen gar keine Firma in Berlin. Die Handelsregisternummer gehört zur Deproma AG, einem Projektentwickler für Großimmobilien. "Da treibt einer Schindluder mit unserer Handelsregisternummer", sagte Klaus Grabowski, der Vorstandsvorsitzende. Deproma hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Ein angebliches Übernahmeangebot wurde sowohl von Gold-Zack als auch Deproma dementiert.

Die Handelsüberwachung der Düsseldorfer Börse wird den Gold-Zack-Kursverlauf unter die Lupe nehmen. Sie erwartet aber, dass die Kurssprünge auf Spekulationen zurückzuführen sind. Sollte sich der Verdacht eines Betrugs durch die E-Mail erhärten, werde sich wohl die Staatsanwaltschaft einschalten, hieß es in Düsseldorf.

Gleichwohl sorgte das Verhalten der Nachrichtenagenturen unter Marktteilnehmern für Diskussionen. Denn Journalisten sind im Rahmen ihrer presserechtlichen Sorgfaltspflicht angehalten, Meldungen vor einer Veröffentlichung zu prüfen. Dabei gingen die Agenturen völlig unterschiedlich mit der Nachricht um.

Als erste waren vwd mit der Information um ca. 6.45 Uhr auf dem Draht. "Weitere Berichte folgten, in denen die wachsenden Zweifel an der Seriösität des angeblichen Gebots deutlich wurden", hieß es bei vwd. dpa erklärte, die Meldung sei um 9.13 Uhr rausgegeben und um 10.52 Uhr mit Alarm zurückgezogen worden. Dabei werde grundsätzlich geprüft, doch die Nachricht war "sehr gut gemacht", hieß es. Mehr Sorgfalt ließ sich bei Reuters erkennen, die erst die Quellen überprüften. Das sei das ganz normale Prozedere für Situationen, in denen Zweifel an der Authenzität einer Information bestünden, erklärte Hans Obermeier, Chefredakteur Deutschland. Dafür würden auch Aspekte wie Schnelligkeit zurückgestellt. "Erst als wir die Stellungnahmen hatten, sind wir in die Berichterstattung eingestiegen", sagte er.

Kursrelevante Pflichtmitteilungen von Unternehmen werden meistens über die Deutsche Gesellschaft für Adhoc-Publizität (DGAP) verbreitet. Sie können auch in Börsenpflichtblättern und über einige zugelassene Dienstleister veröffentlicht werden.

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