Der 35-jährige Nachwuchspolitiker soll neuer Chef der Berliner CDU-Fraktion werden
Frank Steffel: Ein treuer Weggefährte tritt die Nachfolge Landowskys an

Frank Steffel ist der Weg an die Spitze der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus nicht allzu schwer gefallen: Denn der 35-jährige Nachwuchspolitiker, der am Dienstagabend zum neuen Fraktionschef gewählt werden sollte, gilt seit längerem als möglicher Kronprinz des bisherigen Amtsinhabers Klaus Landowsky.

afp BERLIN. Wäre dieser nicht über die Finanz- und Spendenaffäre der Berliner CDU gestolpert, wäre ihm Steffel wahrscheinlich nächstes Jahr im Amt gefolgt. Schließlich ist der bisherige Fraktionsvize nicht nur der Wunschkandidat Landowskys, sondern auch der des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen (CDU).

Steffel, Geschäftsführer eines Großhandelsbetriebes für Raumausstattung, hat sich vor allem als Wirtschaftsexperte einen Namen gemacht. Neben dem Posten des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden war er bislang auch wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Jetzt steht er vor der Herkulesaufgabe, die von Landowskys Spendenaffäre gebeutelte Berliner CDU aus dem Umfragetief zu holen. Verloren gegangenes Vertrauen will er unter anderem durch einen neuen politisch Stil zurückgewinnen: Er wolle "teamorientierter" arbeiten und mehr diskutieren, kündigte er im Vorfeld seiner Wahl an. Dies wird er auch nötig haben, denn die Berliner CDU ist keineswegs frei von Rivalitäten. Im Vorfeld der Wahl konnte Steffels Gegenspieler Alexander Kaczmarek nur mühsam davon abgehalten werden, ebenfalls für den Faktionsvorsitz zu kandidieren. Nunmehr soll er Erster stellvertretender Fraktionschef werden.

Generationswechsel in der Fraktionsführung

Mit der Wahl Steffels und des 38-jährigen Kaczmarek wird in der Fraktionsführung jener Generationswechsel vollzogen, den besonders der Nachwuchs fordert. Seit langem drängen jüngere CDU-Politiker auf eine Erneuerung der Landespartei. Schon 1998 drängten die Rebellen Diepgen zum Verzicht auf das Amt des Landesparteichefs, Diepgen erhielt bei seiner Wiederwahl dann einen deutlichen Denkzettel: Er wurde mit lediglich 62,6 Prozent im Amt bestätigt. Der vielfach verlangte Generationswechsel machte es der alten Parteiführung indes umso leichter, den Wechsel von Landowsky zu Steffel als ebensolchen zu verkaufen.

Der Diplomkaufmann Steffel, der an der Freien Universität Berlin Wirtschaftswissenschaften studiert hat, gehört seit 1991 dem Berliner Abgeordnetenhaus an. Ob sich mit seiner Wahl zum Fraktionschef auch politisch etwas verändert in der Berliner CDU, ist indes noch offen. Zwar hat Steffel einen neuen Politikstil angekündigt und denkt laut über ein mögliches Bündnis von CDU und Grünen nach. Doch er hat zugleich klar gemacht, dass er über die Politik der alten Garde keineswegs den Stab brechen will. Er wolle versuchen, so seine Ankündigung vor der Wahl, "die insgesamt erfolgreichen 20 Jahre Politik der Berliner CDU seit 1981 nicht enden zu lassen".

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