Der 60-Jährige gilt als erfolgreicher Manager der Bayern AG
Edmund Stoiber: Der zielstrebige "Wadlbeißer"

Vor zwei Jahren hat Edmund Stoiber noch einen kleinen Dämpfer hinnehmen müssen, als er bei der Wahl zum CSU-Vorsitzenden gerade auf 90 % kam. Mit den 96,6 %, die er bei seiner neuerlichen Wiederwahl auf dem Parteitag am Samstag in Nürnberg erhielt, fuhr der Bayern-Regent sein persönliches Spitzenergebnis ein.

dpa NÜRNBERG. Der am 28. September 1941 in Oberaudorf am Inn geborene Kaufmannssohn hat seine Karriere nach einem Prädikatsexamen in Jura einst als Referent im deutschlandweit ersten Umweltministerium in München begonnen. 1974 zog er in den bayerischen Landtag ein, wo der damalige Ministerpräsident Franz Josef Strauß schnell auf den noch weitgehend unbekannten Abgeordneten aufmerksam wurde.

Strauß machte den ehrgeizigen Nachwuchspolitiker zunächst zum CSU - Generalsekretär (1978 bis 1983) und später auch zum Leiter der Staatskanzlei (1982 bis 1988). Aus diesen Zeiten stammt Stoibers Ruf als "Wadlbeißer". Auch als bayerischer Innenminister (1988 bis 1993) blieb das "blonde Fallbeil" ein profilierter Hardliner.

Als Ministerpräsident Max Streibl (CSU) im Zuge der "Amigo-Affäre" um Freiflüge und Gratisreisen 1993 zurücktreten musste, nutzte Stoiber seine Chance und ließ sich zielstrebig zum neuen Regierungschef küren. Obwohl zeitweise selbst vom Affärenstrudel bedroht, zog er einen klaren Schlussstrich unter Politikerprivilegien und "Spezlwirtschaft" vergangener Zeiten.

Manager der Bayern AG

Mit Theo Waigel, Strauß' Nachfolger im Amt des CSU-Chefs, verband Stoiber über Jahre ein eher gespanntes Verhältnis. Als Waigel nach dem schlechten Abschneiden der CSU bei der letzten Bundestagswahl sein Amt zur Verfügung stellte, übernahm Stoiber Anfang 1999 auch die Führung der Partei. "Mein halbes Leben ist die CSU", bekannte der dreifache Familienvater damals.

In den vergangenen Jahren geriet der Ober-Bayer bei einer Reihe von landespolitischen Affären gelegentlich auch selbst unter Druck. Seinem Ruf als erfolgreicher Manager der Bayern AG hat das aber nie nachhaltig geschadet. Bundespolitisch avancierte er seit dem Ende der "Ära Kohl" zu einer Schlüsselfigur der Union. Zum Thema Kanzlerkandidatur hält er sich aber weiterhin bedeckt.

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