Der Abwärtstrend hält an
Dax-Ausblick: Dunkle Wolken über dem Parkett

Lage und Aussichten für die deutschen Aktienmärkte werden von den meisten Börsenexperten als düster beurteilt. Analysten erwarten in der kommenden Börsenwoche nur eine kurzfristige technische Erholung.

jk/ddp/vwd. Die Wochenberichte von der Commerzbank, der DZ Bank und dem Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger machen den Anlegern zurzeit keine Hoffnungen. Die Analysten der Banken umschreiben die Marktsituation mit "anhaltender Abwärtstrend", "sich verstärkende Schwächeneigung", "unverändert schwache Positionen" oder "Ausverkaufsstimmung".

Selbst optimistischere Kollegen, wie die der Bayerischen Landesbank, sprechen von "allenfalls vorübergehenden Erholungen" am Aktienmarkt. Mehr sei nicht zu erwarten. "Die tiefsten Kurse liegen weiterhin vor uns, und ein Ende des "Bärenmarktes" zeichnet sich aus technischer Sicht nicht ab", erklärt Marktexperte Ludwig Gutmann.

Hält die Unterstützung bei 4 450 Punkten?

Nach der Ausverkaufsstimmung sei zwar jetzt mit einer technischen Reaktion zu rechnen, schätzt das Bankhaus Ellwanger & Geiger. Doch "von einer Gesamterholung sind wir noch weit entfernt". Und dass es nach den Bundestagwahlen am 22. September wirklich zu einer tendenziellen Erholung komme, beruht nach Meinung der Stuttgarter Privatbankiers ausschließlich auf dem Faktor "Hoffnung".

Der Dax habe mit dem Durchbruch durch die 4 800er Marke eine Zone erreicht, bei der "ein weiterer Rückschlag mehr als wahrscheinlich" sei, heißt es zur anhaltenden Flucht aus Aktien in Rentenpapiere weiter. Dabei müsse die Unterstützungslinie von 4 450 Punkten unbedingt halten, um nicht in einen völligen Ausverkaufsstrudel zu geraten.

Nach Einschätzung der Commerzbank-Analysten ist der jüngste Abwärtstrend vor allem markttechnisch verursacht. Selbst der unerwartet gute Auftragseingang für April, der eine Verfestigung des wirtschaftlichen Aufschwungs signalisiere, habe keinerlei Impulse ausgelöst. Zugleich belaste die anhaltend schlechte Stimmung an der Wall Street auch das Geschehen an den europäischen Börsen, heißt es in Frankfurt.

Die DZ Bank erwartet, dass nach dem Ende der Berichtssaison an den deutschen Aktienmärkten in den nächsten Wochen wieder Aussagen großer europäischer und amerikanischer Unternehmen zur Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal 2002 in den Blickpunkt rücken. Dabei dürfte sich das Augenmerk der Marktteilnehmer in der nächsten Woche vor allem auf den Mobilfunkgiganten Nokia richten. Die Finnen wollen am Dienstag eine Quartalszwischenbilanz ziehen.

Zudem stehen in Deutschland nächste Woche wichtige Konjunkturdaten an. Neben der Veröffentlichung der Daten zur Industrieproduktion am Dienstag werden zwischen dem 10. und 14. Juni zusätzlich die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht. Die Daten zur Industrieproduktion dürften dabei die bedeutendere Indikation für die weitere Entwicklung der Konjunktur und damit der Aktienmärkte haben.

Kursrückschläge bieten aber immer auch Chancen: Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV 2003e) der Dax-30-Werte liegt mit 15,8 auf dem historisch niedrigsten Stand seit Anfang 1996, erklären die Experten der DZ Bank. Die Analysten der Commerzbank raten daher zu selektiven Käufen, wobei sich die Anleger nicht durch kurzfristige Rückschläge schocken lassen sollten. Favorit der DZ Bank: Thyssen-Krupp.

Wichtige Termine der kommenden Börsenwoche

Am Montag findet die Bilanzpressekonferenz der Billigfluggesellschaft Ryanair statt und RWE erläutert nach dem Erwerb der Anteile an der Trienikens AG seine künftige Strategie.

Das Statistische Bundesamt gibt am Dienstag die deutschen Außenhandelsdaten für den April bekannt. Vodafone verantsaltet eine außerordentliche Hauptversammlung vor dem Hintergrund des so genannten "Squeeze-Out"-Verfahrens. Die verbliebenen Mannesmann-Aktionäre kämpfen weiter um höhere Abfindungen. Der finnische Mobilfunkkonzern Nokia zieht eine Quartalszwischenbilanz.

Am Mittwoch werden die amerikanischen Import- und Exportpreise veröffentlicht, außerdem legt die US-Notenbank ihr jüngstes Beige Book vor.

Die Europäische Zentralbank legt am Donnerstag ihren Monatsbericht vor. Zudem werden in den USA die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung veröffentlicht.

Zum Wochenschluss treffen sich Finanzminister der G8-Staaten im kanadischen Halifax. Wichtigstes Thema: Bilanzierungsstandards nach dem Enron-Skandal. Außerdem gibt die Universität Michigan aktuelle Daten zum Verbrauchervertrauen in den USA bekannt.

In der angefügten Tabelle finden Sie die aktuellen Gewinneinschätzungen der Dax-30-Werte



Gewinneinschätzungen der Helaba-Trust

 

Gewinn je Aktie 02

Gewinn je Aktie 03

Emp-fehlung

Datum Emp-fehlung

adidas Salomon4,605,345,700>23.01.02
Allianz7,012,413,90>15.02.02

BASF

0,371,952,54+>26.09.01

Bayer

0,891,622,510>02.10.01

BMW

2,782,772,950>23.05.01

Commerzbank

0,170,260,94- (0)>06.06.02

DaimlerChrysler

0,731,863,43->11.02.02
Dt. Bank0,273,965,020>03.05.02
Degussa1,202,532,90+>14.08.01
Dt. Post1,421,301,370>25.09.01
Dt. Telekom-0,57-0,330,000>05.03.02

E.ON

3,024,324,95+ (0)>06.06.02

Epcos

2,280,470,79->06.05.02

FMC

2,893,874,520>14.05.02

Henkel

Vz.
3,293,053,37+>08.03.02
HypoVereinsb1,751,601,890>23.05.02

Infineon

-0,92-0,660,10+ (0)>25.04.02

Lufthansa

-0,210,461,21+>07.03.02

Linde

2,392,603,130>28.02.02

MAN

1,011,071,820 (+)>21.05.02

Metro

1,231,361,620>19.04.02

MLP

Vz.
1,131,421,780 (+)>11.02.02
Münchner Rück.1,4111,1013,20+ (0)>03.05.02
Preussag1,762,022,58->04.12.01

RWE

2,242,342,540>05.03.02

SAP

Vz.
1,852,323,140 (-)>23.05.02

Schering

2,112,522,92+>09.11.01

Siemens

0,102,553,060>15.03.02
Thyssen Krupp0,580,471,24+>14.11.01

Volkswagen

7,666,577,33+>05.11.01



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