Der Aufwärtstrend vom Wochenstart setzt sich fort
Neuer Markt: Zweite Reihe war an der Reihe

Auch wenn die Umsätze gestern wegen der anstehenden Festtage gering ausfielen, war die Tendenz positiv. Vor allem einige kleinere Werte machten von sich reden. Der Nemax gewann am Ende 0,5 Prozent auf 1 141 Punkte. Der Nemax 50 legte um 0,9 Prozent auf 1 211 Punkte zu.

FRANKFURT/M. Für die einen war es wie eine vorzeitige Bescherung, für die anderen eine böse Überraschung. Die Meldungen des gestrigen Handelstages belegten, dass auch an den Tagen kurz vor dem Fest noch ein bisschen Schwung am Neuen Markt vorzufinden ist. Sie zeigten aber auch, dass gerade sonst vernachlässigte Werte aus der zweiten Reihe ihre Chance nutzten, um in nachrichtenarmen Zeiten ins Rampenlicht zu treten.

Dort stand dann gestern beispielsweise der Hamburger Call-Center-Betreiber D+S Online. Der hat im November erstmals seit dem Börsengang ein ausgeglichenes Ergebnis nach HGB erwirtschaftet und sieht sich nun nach seinem im August eingeleiteten Restrukturierungskurs auf dem richtigen Weg. Nun soll auch im kommenden Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht werden. Das beflügelte die D+S-Aktie, sie stieg um 3,9 % auf 2,70 Euro.

Ebenfalls im Aufwärtstrend präsentierte sich Gauss Interprise. Die Aktie des von Geldnöten geplagten Unternehmens legte um 3,7 % auf 1,13 Euro zu. Der Hamburger IT-Dienstleister hat sich mit einer Finanzspritze von 6 Mill. Euro vorläufig der Geldsorgen entledigt. Gesellschafter sowie die IKB Gruppe stellten die Summe bereit.

Nur vermeintlich frohe Kunde kam vom Überflieger der letzten Zeit. Um über 130 % legte die Aktie der Kölner Net AG in den letzten vier Wochen zu. Gründe gab es bis dato keine. Gestern nun meldete das Software-Haus, im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000/2001 (30.9.) weniger Verluste eingefahren zu haben als geplant. Statt 2,8 Mill. Euro betrug das Minus vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nur knapp 2 Mill. Euro. Trotzdem wurde wohl einigen Anlegern bewusst, dass die Net-Aktie ein hochspekulativer Wert ist. Sie sicherten sich ihre Gewinne, wodurch der Titel 9,6 % auf 5,82 Euro nachgab.

Im Vergleich zur Net AG hat Analytik Jena im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar lediglich seine Prognosen erfüllt. Trotzdem war die Aktie bei den Anlegern weitaus mehr gefragt. Um 2,4 % auf 14,20 Euro legte sie zu, nachdem das Biotech-Unternehmen seinen Umsatz von 23,3 auf 38 Mill. Euro und vor allem sein Ergebnis von 1,6 auf über 2 Mill. Euro gesteigert hat.

Eine Überraschung erlebten hingegen Aktionäre von OHB Teledata. Trotz eines Auftrags des Bundesamtes für Wehrtechnik im Volumen von 13,4 Mill. Euro verharrte die Aktie des Telematik-Dienstleisters bei 5,26 Euro. Allerdings hatte sie in den vergangenen Wochen über 150 % zugelegt.

Wenig Freude auch für die sowieso nicht verwöhnten Saltus-Aktionäre: Der Solinger Hersteller von Drehmomentschlüsseln will wegen der hohen Kosten dem Neuen Markt den Rücken kehren und an den Geregelten Markt wechseln.

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