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Der Bär spielt den Blues

Der Bär steppt. Doch das ist wahrlich kein schöner Anblick. Für den Dow Jones Index geht es an der Wall Street am Mittwoch erneut über 200 Punkte ins Minus. Das Börsenbarometer notiert bereits den zweiten Tag in Folge unter dem Vorjahrestiefstand. Das hat die Börse seit über 19 Jahren nicht mehr gesehen. Der Nasdaq Index bietet ein ähnlich trübes Bild. Anleger und Analysten sind zunehmend beunruhigt. Wann wird sich die US-Wirtschaft wieder erholen? Wann wird sich die Ertragsentwicklung nun endlich wieder stabilisieren?

Doch während den Anlegern die Enttäuschung über den gestrigen Zinsschritt noch in den Kochen steckt, geht das Tagesgeschäft weiter. Die Veröffentlichung von Ertragszahlen, Umstrukturierungsmaßnahmen und Gewinnwarnung dominierte zur Wochenmitte das Bild.

Unter Druck gerieten zur Wochenmitte vor allem die Konsumwerte. Johnson & Johnson führt die Verliererliste der Dow Jones Werte an. Procter & Gamble büßt ebenfalls an Wert ein. Der Konsumgüterkonzern will laut dem Wall Street Journal rund 10 bis 20 Prozent seiner Belegschaft entlassen. Damit würde Procter & Gamble zum dritten Mal in drei Jahren die Arbeitsplätze reduzieren. Bereits 1999 hatte der größte Hersteller von Haushaltsprodukten angekündigt, 15.000 Millionen Stellen zu streichen.

Auch Biotechnologieunternehmen hatten keinen einfachen Tag. Sowohl Amgen als auch Imunnex und Pharmakonzern Merck standen auf den Verliererlisten. Die Aktie von Softwaregigant Microsoft kostete sowohl den Nasdaq als auch den Dow Jones Index kräftig Punkte.

Unter Beschuss geriet auch American Express. Nachdem sich zahlreiche Brokerhäuser negativ über die Aktie des Kreditkartenunternehmens geäußert hatten, verlor der Titel über sechs Prozent.

Im Plus notierten dagegen die Brokerhäuser. Nachdem Goldman Sachs bereits gestern mit zufriedenstellenden Quartalszahlen die Vorhut gebildet hatte, meldeten am Mittwoch Lehman Brothers, Morgan Stanley und Bear Stearns Geschäftsdaten. Während Lehman Brothers und Morgan Stanley Dean Witter die Gewinnprognosen leicht schlagen konnten, verfehlte Bear Stearns die Erwartungen um 18 Cents je Aktie. Zwar hatten alle drei Brokerhäuser im vergangenen Quartal Ertragrückgänge zu beklagen, doch schien das allen dreien am Mittwoch nicht zu schaden. Die Aktien aller drei Häuser legten an Wert zu.

Zulegen konnten dagegen am dritten Tag in Folge der Glasfasersektor. Sowohl Corning als auch JDS Uniphase und Ciena konnte mit Punktgewinnen nach Hause.

Der Sektor der Baumaschinenhersteller geriet nach einer Gewinnwarnung von Deere unter Druck. Der Baumaschinenhersteller wird das prognostizierte Gewinnziel im laufenden Quartal voraussichtlich nicht erreichen. Das schlechte Wetter und die nachlassende US-Konjunktur belasteten die Unternehmenserträge. Auch Konkurrent Caterpillar hatte unter der Nachricht zu leiden. Caterpillar verliert fast vier Prozent an Wert. Für Deere geht es über fünf Prozent in den Keller.

Auch Northwest Airlines hat Sparmaßnahmen von 200 Millionen Dollar angekündigt. Im Gegensatz zu Procter & Gamble plant die Fluggesellschaft, die Gehälter des Managements um fünf Prozent zu kürzen. Außerdem sollen Flüge gestrichen werden. Northwest erwartet für das laufende Quartal einen Verlust von 150 Millionen Dollar. Die Aktie notiert nach der Meldung leicht im Plus. Auch der Konkurrent United Airlines liegt mit über vier Prozent im Minus.

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