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Der Bär tanzt...

...und so schnell wird die Musik wohl nicht aufhören. Denn die Gewinnwarnungssaison macht ihrem Namen alle Ehre. Anleger ziehen zunehmen ihr Geld aus dem Markt. Bei der weiterhin schlechten Nachrichtenlage möchte der eine oder andere Anleger offenbar lieber wieder ruhig zu schlafen. Die Futures deuten auf einen leichten Handelsstart. Der S&P 500 Future notiert mit sieben Punkten im Minus. Der Eröffnungsindikator deutet mit 31 Punkten in den roten Bereich.

Unter Druck geraten dürften erneut die Aktien des Netzwerksektors. Die Aktie von Tellabs konnte sich über Nacht nicht erholen und ist nach wie vor vom außerbörslichen Handel ausgesetzt. Der weltgrößte Hersteller von Equipment für Telefonnetze warnte die Anleger gestern nach Handelsschluss: Statt dem ursprünglich erwarteten Gewinn von 29 Cents pro Aktie wird das Unternehmen lediglich ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. In diesem Quartal dürfte Tellabs statt der angepeilten 800 Millionen Dollar nur 500 Millionen Dollar erwirtschaften. Der Vorstand macht die schwache Nachfrage der Telekommunikationskonzerne für die gesenkten Prognosen verantwortlich. AT&T und Sprint gehören zu den Tellabs Tellabs-Kunden. sieht sich mit Nortel Networks und Lucent Technologies in bester Gesellschaft. Auch diese Netzwerkausrüster mussten Gewinnwarnungen aussprechen. Vor allem die kapitalintensive Telekommunikationsindustrie hat unter der anhaltenden Konjunkturschwäche der USA zu leiden. Tellabs verbundene Werte wie Ciena und Cisco Systems notieren schwächer.

Sun Microsystems büßt ebenfalls ein. Neben Tellabs warnte auch Teradyne, Zulieferer für Testzubehör bei der Chipproduktion, vor enttäuschendem Umsatz und Gewinn.

Gegenwind dürften heute auch die Aktien des Chipsektors bekommen. Nicht nur Europa reagiert auf die Warnzeichen der Wall Street. Dass es auch andersherum geht, zeigt die Warnung von Infineon, Europas zweitgrößtem Chiphersteller. Nachdem der Konzern die Anleger alarmierte, dass der Umsatz im laufenden Quartal rund ein Drittel hinter den Erwartungen zurückbleiben könnte, gerieten die Aktien der Chiphersteller im ausserbörslichen Handel unter Druck. In Europa sei für den Halbleitersektor so schnell keine Erholung in Sicht. Neben Applied Materials büßen im außerbörslichen Handel auch Texas Instruments und Intel an Wert ein. Intel und Advanced Micro Devices bekommen zusätzlich einen Seitenhieb von Brokerhaus Lehman Brothers. Die Analysten korrigieren die Umsatzerwartungen für 2001 für beide Unternehmen nach unten. Sowohl die nach wie vor schwache Nachfrage nach Heimcomputern als auch der aggressive Preiskampf auf dem Sektor mindern den Gewinn.

Eher unerfreulich sind auch die Nachrichten aus der Luftfahrt. Über den Wolken lief es in diesem Quartal nicht so gut wie erwartet. Denn die Preise für die grenzenlose Freiheit stiegen kräftig an. Unter den hohen Ölpreisen hatten unter anderem Northwest Airlines und United Airlines zu leiden. Beide Fluggesellschaft werden für dieses Quartal einen Verlust ausweisen.

Gut gerüstet für den trüben Tag zeigt sich dagegen Lockheed Martin. Steigende Ausgaben in Rüstungselektronik bescheren dem weltgrößten Rüstungskonzern im laufenden Geschäftsjahr einen Gewinnzuwachs von 25 bis 30 Prozent. Im kommenden Jahr soll das Ergebnis immerhin um 20 Prozent zulegen. Vorbörslich tendiert die Aktie stärker.

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