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Der Ball dreht sich weiter ums Geld

Die Champions League bleibt spannend: Welche Agentur darf die europäische Königsklasse ab 2003 vermarkten?

Die Entscheidungen des europäischen Fußballverbandes Uefa Ende vergangener Woche war zu erwarten gewesen: Der Modus der Champions League wird auch 2003 nicht geändert und die Frage, welche Agentur die Königsklasse ab 2003 für drei Jahre vermarkten darf, wurde auf Januar verschoben. Zwei Fragen, die eng miteinander verknüpft sind. Hinzu kommt: Die Europäische Kommission prüft seit einiger Zeit, ob die Zentralvermarktung der Champions League rechtlich zulässig ist oder ob die teilnehmenden Vereine Werbebanden und TV-Rechte selbst aushandeln dürfen und sollen.

Zum Modus: Besonders die deutschen Vereine kritisierten ihn dank zweier Gruppenphasen, deren Spiele nur wenige interessieren, schon länger als zu langwierig, zu langweilig und zu kraftraubend. Wenn selbst bei der Neuauflage des Klassikers Bayern München-Manchester das Olympia-Stadion nur halb gefüllt ist, spricht das Bände. Die zweite Phase sollte eigentlich abgeschafft werden, stattdessen eher das K.O.-System greifen. Doch daraus wurde nichts, und die meisten deutschen Klubs weinten Krokodilstränen. Denn ihr Credo: Weniger Spiele, gerne. Aber nur, wenn das Geld weiterhin genauso üppig fließt. So soll Bayerns Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge dem DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder am Telefon deutlich die Meinung gesagt haben: Letzterer hatte sich offensiv für die Straffung des Wettbewerbs eingesetzt, sogar für eine Verkleinerung auf 24 statt 32 Mannschaften. Aber Rummenigge machte ihm klar, dass sich die europäischen Großvereine (G14) einen Einnahmeausfall von 30 Prozent nicht bieten lassen.

Die G14 hatte zudem einen Trumpf in der Hand. Denn bei der Prüfung durch die EU, ob die Zentralvermarktung rechtmäßig ist, ist die G14 als eine Art Nebenkläger zugelassen und soll bis heute ihre Stellungnahme abgeben. Und da wäre es von der Uefa natürlich nicht schlau gewesen, die G14 vorher zu verärgern, in dem man sich für einen Modus mit weniger Spielen und weniger Einnahmen aussprechen würde. Denn die Uefa hat viel zu verlieren in Brüssel, schließlich ist die Champions League der Goldesel des Verbandes. Und immerhin hat Brüssel schon einmal eine Zentralvermarktung gekippt - nämlich die der Uefa-Cup-Heimspiele deutscher Mannschaften durch den DFB.

Die spannendere Frage des Vermarkters steht noch aus: Von den ursprünglich zwölf Agenturen sind nur noch zwei im Rennen: Die Erfinder der Champions League von "Team" sowie die amerikanische IMG. Die vermarktet unter anderem das Tennisturnier von Wimbledon. Die konservativen Herren der Uefa tendieren eigentlich eher Richtung "Team", da weiß man was man hat. Allerdings hat IMG mehr Geld, nämlich angeblich rund eine Milliarde Schweizer Franken jährlich, der Uefa garantiert. Bei Team waren bislang nur 800 Millionen.

Es bleibt spannend, bleiben Sie dran.

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