Der Bankensektor ist fest in ausländischer Hand
Fondsprodukte werden immer beliebter

Während die slowakische Börse im Dämmerzustand verharrt, entwickelt sich der Markt für Beteiligungs-Fonds rapide.

BRATISLAVA. Obwohl sie schon während der Privatisierungsphase entstanden sind, fingen die Slowaken erst in den letzten drei Jahren an, ihnen Vertrauen zu schenken. Dazu haben neue Gesetze und neue Fonds beigetragen, die nichts mit den Fonds aus den Privatisierungsskandalen der Vergangenheit zu tun haben.

Ein Motiv waren auch die ständig sinkenden Erträge der Banken, die bis vor kurzem noch 90 % der Ersparnisse der Slowaken verwalteten. Der Umfang des betreuten Eigentums in den Fonds ist zwar im Vergleich mit den Banken immer noch klein, er weist aber ein großes Wachstum auf. In den zehn Monaten dieses Jahres stieg der Umfang im Vergleich mit Ende 2002 um mehr als das Doppelte und erreichte 35 Milliarden slowakische Kronen (zirka 680 Millionen Euro). Anfang November gab es mehr als zweihundert offene Beteiligungs-Fonds.

Im Hinblick auf die beschränkten Möglichkeiten auf dem heimischen Kapitalmarkt ist klar, dass slowakische Anteilseigner mit ihren Einlagen auch die Entwicklung zahlreicher Firmen im Ausland finanzieren. Genaue Angaben hierzu gibt es aber nicht. Doch es ist möglich, die Situation mit Tschechien zu vergleichen: Dort fließt von zehn gesparten Kronen eine ins Ausland.

Der Kampf um slowakische Ersparnisse wird sich nach dem Beitritt in die EU noch verschärfen. Fonds aus allen EU-Ländern werden in den Markt einsteigen können, womit sich das Angebot erweitert. Einen großen Nachholbedarf gibt es z. B. noch bei Anleihe-Fonds.

Den Kapitalmarkt könnte auch eine Rentenreform in Schwung bringen, vor allem die neu errichteten Rentenfonds. Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass sich nach der Einführung von Kapitalrenten, der heimische Kapitalmarkt meistens verbessert hat. Dies geschah allerdings erst einige Zeit nach dem Beginn der Reformen.

Der Bankensektor in der Slowakei hat in den letzten zehn Jahren eine hektische Entwicklung durchgemacht. Die drei wichtigsten staatlichen Banken, V?eobecná úverová banka, Slovenská sporitelna und Investicná a rozvojová banka wurden Ende der neunziger Jahre von faulen Krediten befreit und anschließend privatisiert. Damals gerieten fünf Banken unter Zwangsverwaltung, einer wurde sogar die Lizenz entzogen.

Mittlerweile haben mit Ausnahme einer Bank alle Finanzinstitute einen ausländischen Eigentümer. Einen starken Anteil am Markt haben dadurch die österreichische Erste Bank, die Raiffeisen Bank und die italienische Gruppe Banca Intesa bekommen.

Da der durchschnittliche Slowake den Banken vertraut und dort seine Ersparnisse aufbewahrt, war es für die neuen Eigentümer nicht besonders schwer, das gute Image zu halten und ihre Marktposition zu stärken.

Inzwischen können alle slowakischen Banken ihren Kunden die übliche Bankdienstleistungen anbieten . Die Aktiva und Gewinne der Finanzinstitute weisen jedes Jahr ein Wachstum aus, wobei die Zinsen für Einlagen und Kredite sinken. Insgesamt hat sich die Bankenlandschaft erheblich verändert und ist nun schon seit mehreren Jahren ein stabiler Teil des slowakischen Finanzmarktes.

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