Der Barrel Nordseesorte kostet einen Dollar weniger als gestern
Aussicht auf Iraks Ölexporte lassen Ölpreise fallen

Reuters LONDON/NEW YORK. Die Erwartung einer baldigen Wiederaufnahme der Ölexporte aus dem Irak haben am Freitagabend nach Händlerangaben den Ölpreisen deutlich fallen lassen. Ein Barrel (159 Liter) der marktführenden Nordseesorte Brent zu Lieferung im Januar verbilligte sich gegenüber dem Vortag um mehr als einen Dollar und kostete um 20.10 Uhr MEZ noch 26,20 $ nach 27,47 $ am Vorabend. Damit fiel der Ölpreis auf den niedrigsten Stand seit Anfang August. In der Nacht zum Donnerstag hatte sich der Irak mit den Vereinten Nationen (UNO) nach Diplomatenangaben auf einen Preis für Iraks Ölexporte im Dezember geeinigt. In Branchenkreisen hieß es jedoch, es gebe noch kein Anzeichen für eine Wiederaufnahme der Ölexporte, die der Irak vor gut einer Woche wegen den Unstimmigkeiten gestoppt hatte.

Irak exportiert etwa 5 % des weltweit verkauften Rohöls. Das Land hatte am Donnerstag letzter Woche die Exportlieferungen ausgesetzt, weil keine Einigung mit der UNO über einen neuen Preis für seine Ölexporte erreicht worden war. Der Irak hatte eine Wiederaufnahme der Exporte von einer Sonderzahlung von 50 Cent je Barrel abhängig gemacht, die nicht auf ein von der UNO kontrolliertes Treuhand-, sondern auf ein direkt vom Irak verwaltetes Konto eingezahlt werden sollte. Im Ausgleich wollte der Irak seinen Kunden das Öl unter Marktpreis anbieten.

Noch keine Anzeichen auf Wiederaufnahme der Rohölverschiffung

Eine Einigung ist nach Händlerangaben möglich geworden, weil die Ölpreise in den letzten Tagen deutlich gefallen sind und die Preisforderungen Iraks damit realistischer geworden sind. Der mit dem Irak ausgehandelte Dezember-Preis muss den Angaben zufolge noch offiziell von dem für die Sanktionen verantwortlichen Ausschuss beim UN-Sicherheitsrat abgesegnet werden. Wenn der Ausschuss der Einigung nicht bis 0.00 Uhr MEZ widerspreche, trete sie automatisch in Kraft, sagten die Händler. Aus Kreisen der Ölindustrie hieß es, bis zum Abend habe es an den Erdöl-Verladestationen des Iraks noch keine Anzeichen für eine Wiederaufnahme der Rohölverschiffung gegeben.

Irak darf seit dem Golfkrieg vor zehn Jahren nur im Rahmen des Programms "Öl für Lebensmittel" Rohöl exportieren. Daraus resultierende Erlöse wurden bislang ausschließlich auf ein Treuhandkonto der UNO eingezahlt, um die Verwendung der Gelder zu kontrollieren. Das "Öl für Nahrungsmittel"-Programm soll die Folgen der UNO-Sanktionen mindern, die wegen der Invasion des Irak in Kuweit verhängt worden waren.

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