Der Bauunternehmer wird am 10.Juli 65 Jahre alt
Ignaz Walter: Vom Maurer zum Millionär

Von der schwäbischen Zurückhaltung hält Ignaz Walter nicht viel. Wenn ihm etwas nicht passt, poltert der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie in aller Öffentlichkeit los. Besonders empfindlich reagiert er auf Kritik an seinem Unternehmen Walter Bau, das er zu einem der größten Baukonzerne Europas aufgebaut hat.

dpa AUGSBURG. "Ich bin der, der am meisten verloren hat" fuhr er einen Aktionär an, der sich auf der Hauptversammlung Ende Juni in Augsburg über den niedrigen Aktienkurs der Walter Bau-AG beschwerte. Am 10. Juli feiert der Unternehmer seinen 65. Geburtstag - doch vom Ruhestand ist er noch weit entfernt.

Der Lebenslauf des gebürtigen Augsburgers liest sich wie die deutsche Variante des amerikanischen Traums: Vom Maurer zum Millionär. "Ich habe nichts geerbt und nicht angeheiratet", sagt Self-Made-Man Walter gerne über seine Karriere. Nach seiner Maurerlehre und dem Studium zum Bauingenieur legte er im Jahr 1964 mit seiner ersten Baufirma Universalbau Walter GmbH den Grundstein für sein Firmenimperium. Mit dem Kapital aus dem Verkauf der Firma stieg er 1978 beim damals größten Augsburger Bauunternehmen Thosti- Bau ein.

Mit Beharrlichkeit und Härte baute Walter eine der größten Baugruppen Deutschlands auf. Nach und nach übernahm er die Mehrheiten an den Bauunternehmen Heilit + Woerner Bau-AG, Ed. Züblin AG und Dywidag. Bis auf Züblin sind die Unternehmen inzwischen in der Walter Bau-AG verschmolzen. Die seit Jahren andauernde Krise am Bau hinterließ im Lebenswerk Walters allerdings tiefe Risse. Im vergangenen Jahr summierte sich der Verlust der Walter Bau-AG auf mehr als 60 Mill. ?.

Aus dem Vorstand der Walter Bau-AG zog sich Walter 1996 zurück und wechselte in den Aufsichtsrat. Trotzdem bleibt das Unternehmen fest in Familienhand. Seine Söhne Ralf und Roy Walter, denen er einen ausgeprägten Unternehmersinn bescheinigt, sitzen im Vorstand der Dachgesellschaft Walter Holding-AG. Aber auch der Vater mischt sich immer wieder ein, wenn es um die Geschicke des Konzerns geht. Auf der Hauptversammlung ließ er fast ein wenig Resignation durchklingen, als er sich die Kritik der Aktionäre anhören musste. "Auch ich bin diesem Laden ausgeliefert."

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