Der Briefumschlag für die Mail
Die elektronische Unterschrift hält Einzug in deutsche Büros

Mit der Novelle des Signaturgesetzes, die am 1. Juli in Kraft getreten ist, hält die elektronische Signatur Einzug in deutsche Büros. Das Interesse, Verwaltungsangelegenheiten und andere Geschäfte im Internet durchzuführen, ist hoch.

ddp MÜNCHEN. Unverschlüsselte E-Mails sind fälschbar, sagt Jan Wendenburg. Er ist Vorstandsvorsitzender der Authentidate International AG und verweist darauf, dass eine persönliche Unterschrift auf dem Bildschirm nicht möglich ist. Aber mit der Novelle des Signaturgesetzes, die am 1. Juli in Kraft getreten ist, hält die elektronische Signatur Einzug in deutsche Büros.

Das Interesse, Verwaltungsangelegenheiten und andere Geschäfte im Internet durchzuführen, ist hoch, sagt Till Schemmann, Sprecher der Bundesnotarkammer. Seit einiger Zeit gibt es deshalb auch in Deutschland Unternehmen, die ihren Kunden anbieten, elektronische Daten zu sichern. Einen einheitlichen Sicherheitsstandard dafür schreibt das Signaturgesetz vor. Die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation wacht über die Einhaltung dieser Standards und vergibt Genehmigungen für den Betrieb einer Zertifizierungsstelle.

Kunden dieser akkreditierten Zertifizierungsanbieter können sicher sein, dass ihre elektronischen Unterschriften auch rechtskräftig sind. Bis jetzt gibt es einige dieser Zertifizierungsbehörden in Deutschland, darunter die Deutsche Telekom, die Deutsche Post und die Bundesnotarkammer.

Privatanwender und Unternehmen, die diese Technik zum Beispiel bei der Post nutzen möchten, füllen zunächst ein Formular aus, das unter www.signtrust.deutschepost.de erhältlich ist und schicken es online ab. Mit seinem Personalausweis geht der Kunde dann zu einer Postfiliale, damit seine Identität festgestellt werden kann. Die Daten werden an ein Trustcenter (eine Zertifizierungsstelle) weitergegeben, das dann ein individuelles elektronisches Schlüsselpaar erstellt. Mit dem privaten Schlüssel, der nur dem Kunden bekannt ist, können Inhalte verschlüsselt werden und mit dem öffentlichen Schlüssel können sie gelesen werden.

Nicht nur E-mails können geschützt werden

Für 120 DM bekommt der Nutzer eine Signaturkarte mit dem privaten Schlüssel, ein Chipkartenlesegerät, einen Signatur-Pin und die Signtrustmail-Software. Das Programm stellt die zusätzlichen Funktionen "Nachricht signieren" und "Nachricht verschlüsseln" ins Menü des E-Mail-Programms. Um eine Nachricht zu signieren, muss die Signaturkarte in das Chipkartenlesegerät eingeführt werden. Dann kann die Funktion "Nachricht signieren" angeklickt werden. Jetzt muss nur noch der Signatur-Pin eingegeben werden und die Nachricht kann nachträglich nur noch vom Kunden verändert werden.

Der öffentliche Schlüssel jedes Kunden wird im Trustcenter verwaltet und kann im Internet von anderen Kunden abgefragt werden. Möchte Kunde A dem Kunden B eine E-Mail sicher zu stellen, kann er im Trustcenter den öffentlichen Schlüssel von B erfahren und die Nachricht damit verschlüsseln. Der Kunde B kann die Nachricht dann nur mit seinem privaten Schlüssel lesen.

Mit dem System können nicht nur E-Mails geschützt werden. Die Post bietet ihren Kunden auch die Möglichkeit, Internetseiten nur für autorisierte Nutzer zu öffnen. Authentidate will in Zukunft zusätzlich eine Zeitsignatur und den Schutz von Telefongesprächen anbieten.

Das System, das Post und andere Unternehmen nutzen, gibt es schon seit längerer Zeit. Die Software "Pretty Good Privacy" (PGP) bietet jedem die Möglichkeit, E-Mails zu verschlüsseln. Allerdings müssen sich die Nutzer untereinander vertrauen: Denn niemand kann mit Sicherheit feststellen, wer hinter einem öffentlichen Schlüssel steckt. Diese Sicherheit können nur die akkreditierten Zertifizierungsanbieter garantieren.

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