Der britische Leitzins liegt zurzeit bei 6,00 %
Britische Notenbank tagt - Keine Zinserhöhung erwartet

rtr LONDON. Die britische Notenbank (BoE) hat am Mittwoch zweitägige geldpolitische Beratungen aufgenommen, bei denen sie nach Einschätzung von Analysten stärker als bei den letzten Sitzungen um eine Zinsentscheidung ringen wird. Zwar erwartet die überwiegende Mehrheit (25 von 33) der von Reuters befragten Analysten keine Anhebung der Zinsen. Doch sprechen gute Gründe sowohl für als auch gegen eine Straffung der geldpolitischen Zügel. Experten erwarten daher keine einfachen Beratungen der neun Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses. Das Votum wird am Donnerstag gegen 13.00 Uhr MESZ erwartet.

Gegen eine Erhöhung der britischen Leitzinsen spricht Analysten zufolge der sinkende Inflationsdruck in Schlüsselbereichen der Konjunktur wie bei der Einkommensentwicklung, den Haus- und Energiepreisen. So fiel der Zuwachs beim Durchschnittsverdienst nach offiziellen Angaben im Mai auf 4,6 % von 5,1 % im April. Die Hauspreise sanken im Juni um 0,2 % gegenüber dem Vormonat. Auch der Ölpreis lag im Juli zuletzt mit 27 bis 28 $ je Barrel deutlich unter dem Stand der Vormonate.

Die für eine Zinserhöhung optierenden Falken im geldpolitischen Ausschuss der Zentralbank argumentieren dagegen mit einem zuletzt wieder kräftigeren Wachstum der britischen Konjunktur. Das Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal um 0,9 % gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Die Jahresrate erhöhte sich um 3,1 % und kletterte damit auf den höchsten Stand seit gut zwei Jahren. Diese Zahlen zeigten - entgegen der jüngsten Einschätzung - dass immer noch viel Schwung in der britischen Wirtschaft sei, hieß es in einem Marktkommentar. Starke Zuwachsraten bei den Einzelhandelsumsätzen im Juni könnten Analysten zufolge ebenfalls Inflationssorgen schüren und damit den Druck auf die Zinsen erhöhen.

In ihrem Inflationsreport August wird die Bank von England ihre neue Inflationsprognose vorstellen. Einige Experten gehen davon aus, dass die britische Notenbank zunächst abwartet, um im Herbst auf Grundlage der neuen Prognose über einen Zinsschritt zu entscheiden. Seit September letzten Jahres hatten die Währungshüter den Schlüsselzins viermal angehoben.

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