Der Chef der Bank of Scotland hat einen trockenen Humor
Peter Burt: Ein Mann mit Nehmerqualitäten

Ob als Manager oder als Golfer - Peter Burt ist stets unter den Besten zu finden. Durch die Fusion mit der Bausparkasse Halifax will er jetzt in die Liga der Topbanken vorstoßen.

LONDON Eine Marketing-Fibel zitiert Peter Burt nicht, wenn er seinen Job charakterisiert. "Banking sollte langweilig sein", sagt der Chief Executive Officer der Bank of Scotland. Es gehe darum, Büroklammern und Pfennige aufzusammeln. Und mit etwas Glück findet man manchmal auch ein Markstück.

Peter Burt ist wahrlich kein Pfennigfuchser. Für sein Ziel, in die Spitzengruppe der britischen Banken vorzustoßen, setzt der 57-Jährige Milliardenbeträge ein. Jetzt, beim dritten Anlauf, soll es endlich klappen: Mit der größten britischen Bausparkasse Halifax soll die Bank of Scotland zum fünftgrößten Kreditinstitut auf der Insel verschmolzen werden.

Burt wird überraschend nur die Nummer zwei des neuen Geldriesen

Zur Überraschung der Londoner City überlässt der dort hoch angesehene Manager den Chefposten des neuen Geldriesen dem 44-jährigen Halifax-Boss James Crosby. Burt wird nur die Nummer zwei. Er wird aber die schwierige Aufgabe haben, das Kernstück der Fusion zu managen: Die Realisierung von Synergien im Wert von umgerechnet 1,9 Milliarden Mark jährlich.

Noch ist der fast 90 Milliarden Mark schwere Merger freilich nicht in trockenen Tüchern. Auch diesmal könnte ein Konkurrent auftauchen und den Plan im letzten Moment durchkreuzen.

Wie im Oktober 1999, als Burt versuchte, die doppelt so große englische Bank National Westminster zu übernehmen. Am Ende bekam Rivale Royal Bank of Scotland den Zuschlag. Den Zusammenschluss mit Abbey National wiederum vereitelte Lloyds TSB. Diese Niederlagen hat Burt weggesteckt. Doch er weiß auch: Einen dritten Fehlschlag würden ihm die Aktionäre der mehr als 400 Jahre alten Bank of Scotland wohl nicht verzeihen.

Seine Arbeit in den USA hat ihn geprägt

Dabei sind seine Meriten beträchtlich. Seit Burt 1996 Chef wurde, hat der Literaturliebhaber und Freund klassischer Musik die schottische Bank zu einem der profitabelsten Unternehmen in der Branche gemacht.

Geprägt wurde sein kollegialer Arbeitsstil in den USA. "Bei Hewlett-Packard erteilte niemand Befehle. Man wurde nur gefragt, ob man etwas tun kann." So höflich ist Burt freilich nicht immer. Mitarbeiter berichten, er könne manchmal richtig rüde reagieren. Nerven zeigte Burt bei der Übernahmeschlacht um NatWest, als er die Management-Qualität der Royal Bank of Scotland öffentlich in Zweifel zog.

Für Verwirrung sorgt mitunter sein trockener, britischer Humor. Einmal witzelte er vor Analysten, dass seine Bank jeden Tag mit einer Rezession rechne. Beobachter rätselten daraufhin, ob sich hinter diesen Bemerkungen eine Gewinnwarnung verberge. Natürlich nicht! Solche Späße kann sich nur leisten, wer sich sehr sicher fühlt.

Ein schneller Golfer

Seit 26 Jahren ist Burt für die Bank of Scotland tätig. Geboren wurde der Vater von drei Kindern in Nairobi. Einige Brocken Swahili hat er immer noch parat. Später schlug er dann doch den klassischen Bildungsweg in Schottland ein und studierte am St. Andrews College Volkswirtschaft. Dann wechselte er in die USA, um an der Wharton School in Pennsylvania seinen MBA zu machen. Nach seinem ersten Job bei der Computerfirma Hewlett-Packard ging er zurück nach Schottland und wechselte ins Bankfach.

Wie es sich für einen Schotten gehört, spielt leidenschaftlich gerne Golf. Mit einem Handikap von drei gilt er sogar als einer der besten Amateurgolfer des Landes. Und: Er liebt das Tempo. Sein einstiger Nachbar wunderte sich stets, wieso Burt fast immer früher zu Hause war, obwohl beide das Büro zur gleichen Zeit verlassen hatten.

Vielleicht liegt es am Dienstwagen. Derzeit fährt Burt einen Audi A6.

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