Der Computer schlägt Alarm
Aktien-Seismograf prognostiziert starke Kursschwankungen

Es kommen turbulente Zeiten: Das sagt der Aktien-Seismograf des Handelsblatt voraus. Vor allem die Finanzbranche, aber auch zahlreiche Rohstoffwerte sind davon betroffen. Dabei zeigen die Signale in ganz unterschiedliche Richtungen.

FRANKFURT. An den Aktienmärkten herrscht große Nervosität. An steigenden Volatilitätsindizes wie dem deutschen VDax lässt sich das ablesen. Und auch der Aktien-Seismograf, den das Handelsblatt gemeinsam mit der Fondsgesellschaft Invesco berechnet, spricht eine klare Sprache: Das Computermodell zeigt in diesem Monat 33 internationale Aktien an, bei denen in den kommenden Monaten starke Kursschwankungen zu erwarten sind. Seit der ersten Veröffentlichung des Indikators vor vier Monaten ist das der höchste Wert. Auffälligkeiten gibt es vor allem im Finanzbereich, aber auch bei zahlreichen Rohstoffwerten und Aktien aus dem Energiesektor hat der Rechner ausgeschlagen.

Der Aktien-Seismograf basiert auf einem quantitativen Analyseverfahren, das mehr als 3 000 internationale Aktien überprüft. Untersucht werden die kurzfristigen Indikatoren Gewinnrevisionen, Dynamik der Gewinnrevisionen und kurzfristige Trendumkehr nach heftigen Kursausschlägen sowie die langfristigen Parameter externe Finanzierung, erwartete Gewinnrendite und langfristige relative Stärke.

Auf der monatlichen Auswahlliste erscheinen Aktien, die bei mindestens drei der sechs Indikatoren Auffälligkeiten zeigten. Ihnen sagt der Computer eine hohe Wahrscheinlichkeit für starke Kursbewegungen voraus, ohne allerdings Hinweise zu geben, ob diese nach oben oder unten gehen.

In den vergangenen Monaten hat Bernhard Langer, Leiter der quantitativen Strategie bei Invesco, vor allem bei den Gewinnrevisionen viel Bewegung registriert, wobei zwei Drittel der Prognoseänderungen abwärts gerichtet waren. Eine Ausnahme bildeten hier Düngemittelkonzerne wie die deutsche K+S, Potash of Sasketchevan aus den USA oder die norwegische Yara. Die Konzerne profitieren von der globalen Nahrungsmittelknappheit, die die Nachfrage nach Düngemitteln und in der Folge deren Preise antreibt. Die Folge sind kontinuierlich steigende Gewinnerwartungen. So hat K+S im laufenden Jahr bereits drei Mal das Ertragsziel angehoben, weitere Anpassungen sind wahrscheinlich.

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