Der Dax hält sich nach leichter Erholung auf tiefem Niveau
Deutsche Börse bleibt im Keller

Nach einem Kursrutsch um mehr als 250 Punkte am Morgen hat sich der Dax deutlich über der 3 600er Marke etabliert. Gegen Mittag war der Index noch mit 4,1 % im Minus und stand bei 3 655,30 Punkten.

vwd/dpa FRANKFURT. Die Werte im Nemax 50 brachen um 9,35 % auf 679,09 Zähler ein, nachdem sie zuvor bis auf 665,54 Zähler gefallen waren. Der MDax rutschte um 4,25 % auf 3.541,29 Punkte in den Keller.



Der gesunkene Geschäftsklima-Index, die Nervosität vor neuen Terroristen-Anschlägen und die gewöhnlich hohen Ausschläge zum dreifachen Verfallstag sorgen für ein regelrechtes Crash-Szenario. Am Verfallstermin, auch Hexensabbat genannt, laufen gleichzeitig der September-Future auf den DAX, die September-Optionen auf den Index und Aktienoptionen aus. Dabei handelt es sich um Termingeschäfte, eine Art Wette auf den zukünftigen Verlauf der Indizes und Aktien.

Gegen 10.15 Uhr betrug das Minus bereits fast sieben Prozent bzw. 261 Punkte auf 3 548. Damit hat der Index die Tiefstände der Asien- und Russlandkrise Ende der 90er-Jahre ebenso unterschriten wie den langen Aufwärtstrends seit 1982, der im Bereich 3 600 Stellen liegt.Marktteilnehmern zufolge, gibt es unterhalb dieser Linie praktisch keine charttechnischen Marken mehr. Bereits nach der Verletzung der Marke von 3 800 Punkten zu Handelsbeginn erwarteten charttechnisch orientierte Händler ein Abrutschen des Dax bis in den Bereich des langen Aufwärtstrends seit 1982, der im Bereich 3 600 Stellen liegt.

Sollte auch diese Auffanglinie nicht halten, sehen die Experten erheblichen technischen Schaden beim Dax. "Die Rückkehr bei gebrochenen Trends ist eine ungemein schwere Aufgabe", sagt ein Marktteilnehmer. Eine leichtere Unterstützung habe es bei bei 3 770 Punkten gegeben, dem flacheren Abwärtstrendkanal. Nach der "butterweichen Durchschneidung" dieser Marke gebe es keine Auffangpunkte mehr auf dem Weg hin zu 3 600 Zählern. Im derzeitigen Umfeld seien seriöse Prognosen schwer möglich, heißt es dazu. "Es ist vollkommen unmöglich, die weitere fundamentale Entwicklung vorherzusagen", erklärt ein Händler. Die anhaltende Unsicherheit limitiere "rationale Investitionsentscheidungen" zunehmend. Es könne sowohl eine deutliche Erholung geben als auch weitere Einbrüche. "Alles ist möglich."

Laut Händlern trennen sich Versicherungen weiter von Beteiligungen. Als Grund nennen die Experten Cashbedarf, um erwartet Leistungen finanzieren zu können. "Die Meinung derzeit ist, dass die Notierungen weiter fallen", berichtet ein Händler. Daher versuchten die Konzerne, sich für die anstehenden Belastungen zu rüsten, heißt es. Die Allianz erwartet für das Geschäftsjahr 2001 als Folge der geschätzten Schadenbelastung durch die Terroranschläge in den USA von rund eienr Mrd Euro immer noch einen Jahresüberschuss von rund 1,7 Mrd Euro im Vergleich zu dem bisher erwarteten Ergebnis von 2,0 Mrd Euro. Das Unternehmen hat begonnen, in den USA erste Auszahlungen an Kunden vorzunehmen. Die Schätzung von 1,0 Mrd Euro Schaden geht neben Betriebsunterbrechungen vor allem auf die Sach- und Luftfahrtversicherung zurück. Allianz geben 4,4 % auf 208,36 Euro ab und Münchener Rück fallen um 5,7 % auf 224,48 Euro.

Händler erwarten sich nichts Gutes von den Bankentiteln. Standard & Poor's hat am Vortag das Rating für die wichtigsten japanischen Banken zurückgestuft. Das sorge für weiter schlechte Stimmung für die Finanztitel, kommentieren Marktteilnehmer. Deren Beteiligungsportfolio verringer sich weiter im Wert. HypoVereinsbank stürzen 9,1 % auf 24,90 Euro ab, Commerzbank um 6,6 % als 14,55 Euro und Deutsche Bank um 6,4 % auf glatt 44 Euro. Unter Druck auch wieder Infineon, Siemens und auch SAP, die am Vortag nach der Bestätigung ihrer Prognose noch zulegen konnten. Auch Autowerte sinken weiter stark.

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