Der designierte Vorstandsvorsitzende Axel Weber sieht Potenzial in zweistelliger Milliardenhöhe – Angebot startet Mitte nächsten Jahres
DGZ Deka setzt jetzt auch auf Vermögende

Der Fondsdienstleister der Sparkassen-Gruppe will ab Mitte 2002 ein Investmentprodukt für Vermögende anbieten. In diesem lukrativen Markt tritt die DGZ Deka gegen eine Reihe etablierter Konkurrenten an. Die neue Gesellschaft der Sparkassen-Gruppe für die betrieblichen Altersvorsorge soll am 6. Dezember abgesegnet werden.

FRANKFURT/M. will in das Milliardengeschäft der fondsgebundenen Vermögensverwaltung für gut betuchte Kunden groß einsteigen. Ab Mitte nächsten Jahres plant der zentrale Investmentdienstleister der Sparkassen und Landesbanken die Offensive für eine fondsgebundene Vermögensverwaltung in der Schweiz, mit der vor allem die vermögenden Privatkunden der Sparkassen-Gruppe umworben werden sollen.

"Wir sehen das Potenzial für ein Anlagevolumen in zweistelliger Milliardenhöhe", betont Axel Weber, designierter Vorstandsvorsitzender der DGZ Deka Bank, gegenüber dem Handelsblatt. Die Bank geht damit nicht nur in direkte Konkurrenz zu den deutschen Groß- und Privatbanken, sondern auch zu ausländischen Instituten wie Merrill Lynch, Goldman Sachs, UBS und Credit Suisse.

Nach einer Studie von Cap Gemini verfügen die so genannten "High Net Worth Individuals" in Deutschland über ein Geldvermögen von 2 Bill. Euro. Gerade die ausländischen Institute versuchen Privatleute mit einem Vermögen von 1 Mill. Euro und mehr in jüngster Zeit für sich zu gewinnen. Diesem Vorstoß wollen die Sparkassen etwas entgegensetzen.

Das Angebot wird derzeit mit mehreren Sparkassen getestet und läuft über die Deka (Swiss) Privatbank AG, die mit dem Privatbankhaus Lombard Odier & Cie. zusammenarbeitet. Das Angebot gilt für Anlagesummen ab 1 Mill. Euro und umfasst neben den üblichen Fonds auch Hedge Funds. Dabei handelt es sich um weitgehend unregulierte und unkontrollierte Kapitalsammelstellen, die meist von Steueroasen aus sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse spekulieren. Auch das Engagement in Immobilien und Private Equity, also Beteiligungen in nicht börsennotierten Unternehmen, sei möglich.

Die vom Präsidenten des Sparkassen- und Giroverbandes, Dietrich H. Hoppenstedt, im Handelsblatt angekündigte Offensive im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge nimmt Gestalt an. Der Verwaltungsrat der DGZ Deka Bank soll die zusammen mit den öffentlich-rechtlichen Versicherern geplante neue Anbietergesellschaft bei der Verwaltungsratssitzung am 6. Dezember absegnen (HB vom 22.10.2001). Beim künftigen Branchen-Pensionsfonds der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und den Arbeitgebern will sich die Sparkassen-Finanzgruppe um ein Mandat bewerben. Das Gesamtvolumen der staatlich geförderten Altersvorsorge bis zum Jahr 2010 schätzt Goldman Sachs auf 250 Mrd. Euro. Der Großteil davon fließt in die betriebliche Altersvorsorge.

Bei der Vergabe des nächsten Großauftrags bei der betrieblichen Altersvorsorge in diesem Monat "sind wir noch nicht mit dabei", räumt Weber ein. Im November entscheiden IG Metall und Gesamtmetall, welcher Finanzdienstleister den Zuschlag für das geplante Versorgungswerk bekommt. Unter dem Namen "Metall-Rente" soll es 3,6 Mill. Beschäftigten der Branche eine tarifliche Zusatzrente anbieten. Allerdings ist der öffentlich-rechtliche Sektor noch mit der Westdeutschen Landesbank (WestLB) im Rennen.

Der späte Start des Gemeinschaftangebots der S-Finanzgruppe belastet Weber nicht: "Trotz der bereits bestehenden Tarifwerke ist das Feld nicht verloren." Es gebe auch nach dem Abschluss noch großen Beratungsbedarf in den einzelnen Unternehmen. "Dann sind wir mit von der Partie."

Um die eigene Stellung im Wettbewerb der Finanzinstitute bei der betrieblichen Altersvorsorge zu stärken, plant die S-Finanzgruppe die Zusammenarbeit mit einem Consultant. Sie helfen Unternehmen bei der Strukturierung der Altersvorsorge. "Wir befinden uns mit mehreren Beratern in Gesprächen", macht Weber klar. Die Abwicklung der betrieblichen Altersvorsorge der neuen Gesellschaft wird voraussichtlich die Versicherungskammer Bayern übernehmen.

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