Der Deutsche Aktienindex ) büßte bis zum Mittag 0,7 % auf 6 243 Punkte ein
Technologiewerte und US-Konjunktur belasten Dax

Die deutschen Standardaktien haben am Mittwoch unter der anhaltenden Verunsicherung über die Entwicklung der US-Konjunktur sowie in Folge der erneuten Kursverluste bei Technologiewerten schwächer tendiert.

Reuters FRANKFURT. Händler sprachen von einer sehr nervösen Stimmung und verwiesen zugleich auf die weiter bestehenden Ängste vor weiteren Gewinnwarnungen in der Technologiebranche. Nur eine baldige Senkung der US-Leitzinsen könne die negative Tendenz ins Positive drehen, hieß es. "Am gesamten Markt herrscht eine Verunsicherung über die US-Wirtschaft und vor wegbrechenden Gewinnen", sagte Aktienhändler Knut Hochwald von der Hamburger Sparkasse.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) büßte bis zum Mittag 0,7 % auf 6 243 Punkte ein, wobei das Index-Schwergewicht SAP mit einem Kursverlust von fast sechs Prozent auf 123,60 Euro fast die Hälfte des Abschlages ausmachte. Die Aktie des Walldorfer Software-Konzerns sei insbesondere durch die Gewinnwarnung des Konkurrenten Intershop am Vortag belastet worden, sagte ein Händler. "Es wird befürchtet, dass in der Branche weitere Aufträge verschoben werden." Intershop hatte am Dienstag eine Ergebnis- und Umsatzwarnung unter anderem in Folge ausgebliebener US-Orders veröffentlicht, worauf das am Neuen Markt notierte Papier um zwischenzeitlich mehr als zwei Drittel einbrach.

Marktteilnehmern zufolge zeichnet sich derzeit ein wenig der Trend ab, dass Liquidität von den Technologiewerten in die defensiven Aktien fließe, sagten Börsianer. Zwar könne noch nicht von regelrechten Umschichtungen von der "Old Economy" zur "New Economy" gesprochen werden, sagte ein Händler. Die Aktien großer Industriekonzerne wie Thyssen-Krupp oder MAN entwickelten sich jedoch zusehends zu den Favoriten am Aktienmarkt. Allerdings sei die Verkaufswelle bei den Technologie- und Wachstumswerten mittlerweile übertrieben. Der Nemax-All-Share-Index gab am Mittwoch nach seinem dramatischen Vortagseinbruch um weitere 5,2 % auf 2 373 Punkte ab.

Neben SAP zählten unter anderem Siemens, Infineon und Epcos mit Kursverlusten zwischen rund 3,5 und 4,5 % zu den deutlichsten Verlierern. Mit Abschlägen von vier beziehungsweise drei Prozent standen auch Volkswagen und BMW deutlich unter Druck. Händler erklärten dies mit der bevorstehenden Veröffentlichung der US-Absatzzahlen der großen Automobilproduzenten für den Dezember. In Amerika wird mit deutlich niedrigeren Verkaufszahlen gerechnet.

Den Dax-Verlierern standen die Konsum-Aktien Metro und Karstadt-Quelle mit Aufschlägen von 2,9 und 2,4 % als größte Gewinner gegenüber. Auch diese Titel profitierten von der Schwäche der Technologie-Aktien, hieß es. Fester tendierten auch Allianz und Münchener Rück , die sich Marktteilnehmern zufolge von ihren Vortagsverlusten erholten. Auch die zuletzt überwiegend schwächer gesehene Aktie der Deutschen Telekom machte am Mittwoch mit einem Plus von 2,2 % etwas Boden gut. Der kräftige Kursgewinn des US-Konkurrenten AT&T am Vortag habe die T-Aktie beflügelt, hieß es.

Die europäischen Rentenwerte konnten am Mittwoch nicht so stark wie noch am Vortag von den schwachen Aktienmärkten profitieren und pendelten dagegen in engen Spannen nahe ihres Rekord-Schlussniveaus. Händler rechneten nach den kräftigen Kursgewinnen der jüngsten Zeit für den Rest der Woche mit nur geringen Kursabweichungen. Sie verwiesen zur Begründung auf die am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für Dezember und bislang nicht bestätigte Marktgerüchte, dass die US-Notenbank Fed möglicherweise danach über eine Zinssenkung schon vor dem Treffen ihres Offenmarktausschusses am 30. und 31. Januar beraten könne.

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