Der Deutsche Aktienindex konnte auch gestern trotz mahnender Stimmen seinen Aufwärtstrend fortsetzen
Anleger kehren an den Aktienmarkt zurück

Wer in diesen Tagen die Aufbruchstimmung an den Aktienmärkten weltweit verfolgt, dem drängt sich der Eindruck auf, die Rückkehr zu besseren Zeiten wäre nur noch eine Frage weniger Tage. Dem allgemeinen Halali könnte sich selbstredend auch gestern der deutsche Aktienmarkt nicht entziehen. Der Deutsche Aktienindex (Dax), der in den ersten Handelsstunden mit einem Plus von über 2 % mächtig Gas gab, beendete den Handel mit 1,07 % im Plus bei 5 006 Punkten. Die magische 5 000-Punkte-Hürde wurde also diesmal genommen, wenn man im Tagesverlauf auch mehrmals wieder darunter fiel.

FRANKFURT/M. Was allerdings nicht beunruhigen muss. Auch gestern wurde deutlich, dass die Anleger - institutionelle wie private - wieder verstärkt an den Aktienmarkt zurückkehren. Aktuelle Schräglagen von Unternehmen schrecken sie davon nicht ab. Vielmehr ist es die Aussicht auf eine bessere Zukunft, die wieder zum Einstieg verleitet. Dies gilt insbesondere für die Siemens-Aktie. Bereits am Mittwoch legte sie zeitweise 10 % zu, obwohl der Technologie-Konzern einen Gewinneinbruch von 8,9 auf 2,1 Mrd. Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr bekannt geben musste. Gestern kam es zu einem erneuten Plus von 7 %. Im Gefolge konnte auch die Tochter Infineon deutlich Boden gut machen und gewann 6,6 %. Die Zahlen von Siemens seien immer noch besser ausgefallen als von vielen erwartet, hieß es auf dem Parkett. Zudem seien die richtigen Maßnahmen auf Management-Seite eingeleitet, die den Eindruck erwecken, dass das Schlimmste überstanden sei. Die Analysten der Deutschen Bank stuften die Siemens-Aktie gestern auf "kaufen" hoch.

Gleiches taten sie auch mit der Lufthansa-Aktie. Unter anderem deswegen setzte die Aktie auch ihren Aufwärtstrend der letzten Tage fort und gewann 7 %. Mit der Kranich-Linie hoben auch die Papiere der großen europäischen Fluggesellschaften ab. Der stark gesunkene Rohölpreis sei der Grund, weshalb wieder Phantasie in die Aktie dieser zuletzt stark gebeutelten Branche zurückgekehrt ist, hieß es. "Die Bedingungen bleiben hart, aber es gibt Grund für Optimismus", hieß es aus dem Hause Dresdner Kleinwort Wasserstein, weshalb auch die dortigen Analysten die Aktie wieder zum Kauf empfehlen.

Von den drei Unternehmen aus dem Dax, die sich gestern zu ihren Neun-Monats-Zahlen äußerten, schafften die Papiere des Energiekonzerns Eon noch die höchsten Zuwächse mit 1,4 %. Das Konzernergebnis werde sich - wie angekündigt - im Gesamtjahr deutlich verbessern. Im Chemie-Bereich jedoch müsse man mit Ergebnis-Einbußen rechnen, hieß es aus der Düsseldorfer Zentrale. Die Eon-Aktie jedenfalls konnte ihren Abwärtstrend der vergangenen Wochen nach dieser Ankündigung erst einmal stoppen.

Weiter im Aufschwung präsentiert sich hingegen die MLP-Aktie, nachdem in den ersten neun Monaten Umsatz und Ergebnis beim Heidelberger Finanzdienstleister um über 30 % stiegen. Die Papiere verteuerten sich um 0,7 %, als klar wurde, dass die gegenwärtige Konjunkturschwäche dem Unternehmen bisher in seiner Entwicklung nichts anhaben konnte und es aller Voraussicht nach auch in Zukunft nicht tun wird.

Weniger positiv sieht die Entwicklung bei Linde aus. Der Anlagen- und Industriegashersteller senkte seine Prognose für das laufende Jahr, worauf mehrere Analysten die Aktie herunter stuften. Dennoch legte die Aktie gegen Handelsschluss leicht zu.

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