Der Deutsche Fußball-Bund will mit Klinsmann den Neuanfang wagen – Bierhoff und Osieck sollen ihm assistieren
Die sanfte Revolution

Statt eines ausländischen Top-Trainers soll nun ein deutsches Triumvirat die DFB-Elf bei der WM 2006 zu Ehren führen. In der Bundesliga trifft das Modell auf breite Zustimmung - aber auch auf Ablehnung. Mancher Funktionär wertet es gar als Niederlage von Franz Beckenbauer.

ide/HB BERLIN. Werner Hackmann hat die Trainersuche schon innerlich abgeschlossen. Der Präsident der Deutschen Fußball-Liga beschäftigte sich gestern mit Gartenarbeiten auf seinem Grundstück in Hamburg. "Wir haben ein gutes Konzept, und wir werden bis Sonntag eine Lösung präsentieren können", sagte er. Hackmann gehört zu den vier Personen, die rund um die Welt einen Bundestrainer suchen und sich bislang nur Absagen eingehandelt haben. Nun hat die Findungsgruppe eine neue Lösung ersonnen: Der ehemalige Stürmer Jürgen Klinsmann wird die Nationalmannschaft bis zur WM 2006 als Teamchef führen und danach die Reformen im deutschen Fußball vorantreiben. An der Seitenlinie assistiert ihm Holger Osieck. Teammanager soll Oliver Bierhoff werden. Mit ihm wurde Klinsmann 1996 Europameister.

"Ich bin bereit, der Nationalmannschaft zu helfen", sagte Klinsmann am Donnerstag. Zuvor hatte er mit den Trainersuchern in New York verhandelt. Noch scheint allerdings nicht sicher, zu welchen Bedingungen Klinsmann die Funktion des Cheftrainers übernimmt. "Es ist noch alles in der Schwebe", sagte Gerhard Mayer-Vorfelder, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Nun ist zu klären, ob der designierte Trainer genug Zeit hat. Klinsmann lebt in Kalifornien und betreibt dort eine Sportmarketing-Agentur. In führenden DFB-Kreisen wird erwogen, Klinsmann im Zweifelsfall eine Art Teilzeitbeschäftigung zu geben. Für die Tagesarbeit wäre ohnehin Osieck zuständig.

Klinsmann wollte sich am Donnerstagabend nicht zu Personalien äußern. "Jetzt sind wir noch nicht so weit zusagen, wer übernimmt welche Position, wer macht welchen Job", sagte er in seiner Wahlheimat Los Angeles. "Aber wir hoffen, dass wir in den nächsten Tagen ein klares Bild entwickeln." Die Nationalmannschaft habe ihm immer ganz besonders am Herzen gelegen. "Für mich war sie immer wie eine zweite Familie." Seine kritischen Kommentare in den vergangenen Tagen seien "auf ein offenes Ohr beim DFB in der Führungspsitze gestoßen". Das freue ihn. "Das bedeutet, man öffnet sich."

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