Der deutsche NHL-Star ist erwachsen geworden
Die Hoffnung heißt Hecht

Weil NHL-Star Marco Sturm fehlt, setzen die deutschen Fans bei der Eishockey-WM nun auf seinen Kollegen Jochen Hecht. Für den 26-Jährigen ist Eishockey nicht nur ein Wintersport, Hecht arbeitet das ganze Jahr über an sich.

PRAG. Für viele deutsche Eishockey-Fans bei der Weltmeisterschaft in Prag ist klar, was und vor allem wer der Nationalmannschaft fehlt. Einer wie Marco Sturm, Starstürmer in der US-Profiliga (NHL). "Der Sturm kurbelt das Spiel an, reißt alle mit", sagte ein Fan in der ersten Drittelpause des Spiels gegen Lettland. Das Nationalteam lag 0:1 zurück. Es wurde gemeckert: "Der Hecht spielt zwar ganz schön, aber nur für sich selbst. Der bringt es nicht." Der Hecht brachte es dann aber doch. Jochen Hecht vom NHL-Team der Buffalo Sabres traf zum 1:1-Endstand gegen Lettland. Nach dem Spiel war er nicht unzufrieden, auch wenn sein Team wie auch zuvor beim 4:2 gegen Kasachstan wahrlich nicht brilliert hatte. "Das war ein guter Punkt, die Letten haben eine gute Mannschaft. Natürlich weiß ich, dass die Fans viel von uns erwarten." Aber: Zwischenrunde erreicht, Zwischenziel erreicht. An ihm selbst gab es bisher nichts zu kritisieren. Schon gegen Kasachstan schoss der Stürmer ein Tor und wurde als bester deutscher Spieler ausgezeichnet.

Jochen Hecht ist erwachsen geworden. Der 26-Jährige hat nichts mehr gemein mit dem schüchternen Jungen, der vor sechs Jahren von den Mannheimer Adlern zu den St. Louis Blues in die NHL wechselte. Er ist gewachsen, physisch und psychisch. "Für Jochen ist Eishockey nicht bloß Wintersport, er arbeitet zwölf Monate an sich", sagt der ehemalige NHL-Spieler Peter John Lee, in Prag als Schweizer Kotrainer beschäftigt. "Jochen hat aus seinem Talent alles gemacht, das sieht man ihm an." In Nordamerika, wo hunderte junger Spieler um die begehrten Plätze in den NHL-Teams rangeln, hat sich Hecht durchgebissen. 360 NHL-Spiele hat er hinter sich. Von St. Louis wurde er 2001 nach Edmonton "getradet" - sozusagen im Paket mit anderen Spielern getauscht. Ein Jahr später kam er zu den Buffalo Sabres.

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