Der deutsche Stahlhersteller hat nur geringes Interesse am japanischen Markt
NKK will Kooperation mit Thyssen-Krupp ausbauen

HANDELSBLATT, 26.1.2001 ews/ga DÜSSELDORF/TOKIO. Auf den ersten Blick schien es ein Nachklappern zu sein, als aus Japan die Meldung kam, der zweitgrößte Stahlhersteller des Landes, NKK, und Thyssen Krupp Stahl wollten enger kooperieren.

HANDELSBLATT, 26.1.2001
ews/ga DÜSSELDORF/TOKIO. Auf den ersten Blick schien es ein Nachklappern zu sein, als aus Japan die Meldung kam, der zweitgrößte Stahlhersteller des Landes, NKK, und Thyssen Krupp Stahl wollten enger kooperieren. Schließlich hatten gerade die französische Usinor , weltweit die Nummer drei, und der Branchenführer Nippon Steel eine engere Zusammenarbeit - ohne gegenseitige Kapitalverflechtung - verkündet. Doch die Reaktion von Thyssen-Krupp kam prompt: Zwar werde mit NKK über eine Vertiefung des schon lange bestehenden Gedankenaustausches diskutiert, hieß es. "Jedoch hat der Stand der Gespräche kein Stadium erreicht, das eine besondere Position im Vergleich zu Gesprächen mit anderen großen Stahlunternehmen bezeichnen könnte", heißt es in einer Mitteilung. Kurz ausgedrückt: In der Stahlbranche spricht Jeder mit Jedem.
Die NKK Corp., Tokio, stellte ebenfalls nur heraus, dass sie die langjährige technische Zusammenarbeit mit dem deutschen Partner Thyssen Krupp Stahl ausbauen will. Dies bestätige ein Sprecher des Unternehmens dem Handelsblatt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt könnten keine Details bekannt gegeben werden.
Wie bei der am Dienstag verkündeten Kooperation von Nippon Steel und Usinor will nach Spekulationen in den japanischen Medien auch NKK dem globalen Engagement der Autoindustrie Rechnung tragen. Bei der angestrebten Erweiterung der Zusammenarbeit gehe es einerseits um die gemeinsame Entwicklung von Feinblechen für die Autoproduktion und andererseits um eine gegenseitige Ergänzung bei der Belieferung von Abnehmern auf dem europäischen und asiatischen Markt, heißt es in den Berichten. NKK hat bisher in Europa kein eigenes Werk. In den USA ist der Stahlhersteller mit dem Tochterunternehmen National Steel vertreten.
In der deutschen Stahlbranche werden die Usinor-Pläne als "Luftnummer" bewertet, die vornehmlich auf eine dringend nötige Verbesserung des Aktienkurses ziele. Der ist in den vergangenen Monaten wie bei allen Stahlwerten weltweit eingebrochen. Das Interesse von NKK an Thyssen-Krupp wird damit begründet, dass das Unternehmen nach herben Verlusten im Werftgeschäft mit dem Rücken zur Wand stehe.
Die Handelsbeziehungen von Thyssen-Krupp nach Japan sind kaum entwickelt. Es würden nur geringe Mengen an die Autoindustrie geliefert, sagte ein Sprecher. Die Strategie der nächsten Jahre geht eindeutig in die Internationalisierung von Stufen der Verarbeitung, der Veredelung und der Dienstleistungen. Die Rohstahlerzeugung in Deutschland wird Thyssen-Krupp im kommenden Jahr ganz auf den Standort Duisburg mit Kapazitäten von 15,2 Mill. Tonnen Rohstahl und 14,6 Mill. Tonnen Warmband konzentrieren. Schwerpunkt der Aktivitäten bleibt dabei eindeutig Europa. Aber auch die Automobilindustrie in den USA steht weiter im Fokus. In der Region Asien misst Thyssen Krupp - dem chinesischen Markt große Bedeutung zu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%