Der ehemalige Glanz von Finanzminister Eichel verblasst
Schröder fällt weiter in der Gunst der Top-Manager

Die deutschen Top-Manager bewerten die Leistung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wieder kritischer. Zwar erfährt der Regierungschef im November noch immer mehr Zustimmung als Tadel von den deutschen Wirtschaftsführern, doch die im Vormonat Oktober sprunghaft angestiegenen Imagewerte kann er nicht festigen. Dies ergab eine repräsentative Befragung der Führungskräfte der deutschen Wirtschaft im Rahmen des Handelsblatt Business-Monitors im November (Freitagausgabe).

DÜSSELDORF. Die auf einer Skala von 1 (=sehr gut) bis 5 (=sehr schlecht) gemessene Durchschnittsnote beträgt jetzt nur noch 2,8 - nach 2,6 im Oktober. Von 40 Prozent der Top-Manager (-8 Punkte gegenüber Oktober) wird seine Leistung als sehr gut oder gut bewertet, von 44 Prozent (+4) als befriedigend und von 16 Prozent (+4) als (sehr) schlecht. Entscheider in kleinen Unternehmen (100 bis unter 500 Beschäftigte) sind weniger zufrieden (37%) als Führungskräfte in den großen Konzernen (50%).

Auch das Lob für Außenminister Joschka Fischer (Grüne) ist wieder etwas zurückhaltender (von 63% "sehr gut" oder "gut" im Oktober auf jetzt 56 Prozent). Mit einer Durchschnittsnote von 2,5 (nach 2,4 im Vormonat) liegt der Vizekanzler aber nach wie vor auf Platz Eins der Image-Rangreihe.

Die Leistungen der weiteren, im Rahmen des Business-Monitors abgefragten Kabinettsmitglieder werden von den Top-Managern immer kritischer bewertet. Insbesondere der Glanz des einstigen "Hoffnungsträgers", Finanzminister Hans Eichel, scheint verblasst: Im November 2001 erhält er mit durchschnittlich 3,3 die mit Abstand schlechteste Note seit seinem Amtsantritt im Frühjahr 1999, im Oktober und September 2001 hatte er noch eine "glatte Drei" für sein Wirken erhalten.

Im Resultat rutscht im November auch die Gesamtnote für die Bundesregierung wieder ab, mit 3,3 auf den Wert, der bereits über das gesamte erste Halbjahr 2001 gemessen worden war. Die deutliche Verbesserung im Oktober auf 3,2 (von 3,5 im September) hat sich nicht stabilisiert. 36 Prozent der Führungskräfte aus der Wirtschaft (+7 im Vergleich zu Oktober) finden die rot-grüne Regierung mache ihre Sache (sehr) schlecht, 53 Prozent (-1) halten ihre Leistungen für befriedigend und nur 11 Prozent (-5) für gut.

FDP-Opposition wird besser bewertet

Stärker als zuletzt ist im November die CDU/CSU-Opposition aus dem Tritt geraten. Die Top-Manager gehen erneut deutlich härter mit der Leistungsfähigkeit der Opposition ins Gericht: Die Note verschlechtert sich von 3,6 (Oktober) auf 3,9; 76 Prozent (+19 Punkte) kritisieren das Erscheinungsbild der Union als (sehr) schlecht. Das gleiche Urteil fällen zwei Drittel (66%) über den CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz (Note: von 3,6 im Oktober auf 3,8 im November 2001) und 58 Prozent über die CDU-Vorsitzende Angela Merkel (Note: von 3,6 auf 3,7). In besserem Ansehen bei den Top-Managern als die Christdemokraten und auch als die Bundesregierung steht derzeit die FDP-Opposition, die seit September 2001 stabil mit der Note 3,1 bewertet wird.

Im Auftrag des Handelsblatts nimmt das Psephos-Institut für Wahlforschung und Sozi-alwissenschaft (Hamburg-Potsdam-Bonn) Befragungen eines repräsentativen Panels von Führungskräften der Wirtschaft in Deutschland vor. Diese werden - mit Ausnahme der Sommerpause - monatlich durchgeführt. Im Rahmen des Business-Monitors im November wurden vom Psephos-Telefonstudio, Hamburg, 828 Führungskräfte in der Zeit vom 29. Oktober bis 9. November 2001 mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Auf Grund der Stichprobenanlage ist die Befragung repräsentativ.

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