Der ehemalige Internet-Skeptiker hat Meinung zu Technologiewerten geändert: Buffett investiert erfolgreich in Amazon-Hochzinsanleihen

Der ehemalige Internet-Skeptiker hat Meinung zu Technologiewerten geändert
Buffett investiert erfolgreich in Amazon-Hochzinsanleihen

Der Milliardär und legendäre Anleger Warren Buffett hat sein Herz doch noch an die Internet-Branche verloren. Im vergangenen Juli lobte er das Web-Handelshaus Amazon.com Inc. für die Entscheidung, Aktienoptionen als Aufwand zu bilanzieren. Das sei mutig und er werde das anerkennen, schrieb er in einem Brief an Amazon-Chef Jeffrey Bezos. Eine Woche später kaufte Buffett für 98,3 Mill. Dollar Junkbonds, also Hochzinsanleihen, von Amazon.

Bloomberg/NEW YORK. Jetzt ist Zahltag. Geico Corp., eine Tochter von Buffetts Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway Inc., wird einen Gewinn von 16,4 Mill. Dollar einfahren, wenn Amazon die vorrangigen Notes mit einem Kupon von zehn Prozent im nächsten Monat zurückkauft, wie einige Analysten vorhersagen. Damit hätte Buffett, der Internet-Investments in den neunziger Jahren gemieden hatte, eine Rendite von fast 17 % erzielt. Die Anleger-Legende würde zeigen, dass man auch ohne Aktien - die er derzeit für überbewertet hält - Geld machen kann.

Berkshire Hathaway hat seinen Bestand an Junkbonds im vergangenen Jahr auf 8,3 Mrd. Dollar versechsfacht. Dabei wurden vor allem Wertpapiere in Branchen gekauft, die Buffett zuvor gemieden hatte, darunter den Telekom-Sektor. "Buffett hat einmal mehr bewiesen, dass er den anderen immer einen Schritt voraus ist", sagte Jake Dollarhide, Geldmanager bei Frederic E. Russell Management Co. Warren Buffett hatte sich lange Zeit abfällig über Internet-Unternehmen geäußert.

Der zweitreichste Mann der Welt hat sich immer von Technologie-Aktien fern gehalten. Sie seien zu hoch bewertet und außerdem verstehe er zu wenig vom Internet.

Die Zahl der gescheiterten Unternehmen werde weit höher sein als die der erfolgreichen, hatte Buffet im April 2000 gesagt. Sechs Monate später meinte er, die Bewertung der Internet-Aktien zeige, dass man nie zuvor mehr aus der Ignoranz der Aktionäre habe herausholen können als zu diesem Zeitpunkt. In Anspielung auf den Boom bei den Internet-Shops sagte er damals: "Wir heißen das 21. Jahrhundert willkommen, indem wir solch einschneidende Branchen wie Ziegel, Teppiche und Farben favorisieren. Versuchen Sie, sich zu zügeln."

Aber im vergangenen Monat verkündete Buffett einen Wechsel in seiner Einstellung. Vielleicht wurde Buffett auf Amazon aufmerksam, weil sich die Finanzlage des Internethändlers nach vielen Verlustjahren gebessert hat. In 2002 erwirtschafte das Unternehmen einen Cash Flow von 135 Mill. Dollar. Der Umsatz stieg um 26 Prozent auf 3,93 Mrd. Dollar. Im letzten Jahr sank der Verlust bei Amazon von 567,3 Mill. auf 149,1 Mill. Dollar.

Der 72-jährige Buffett erzielte mit Berkshire im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn von 4,29 Mrd. Dollar. Dabei profitierte seine Gesellschaft auch von höheren Beständen an Hochrisiko-Anleihen. Neben Amazon hat Berkshire auch Anleihen des Mischkonzerns Tyco International und des Versorgers El Paso Corp. gekauft. Außerdem deckte sich Buffett für 35 Mill. Dollar mit festverzinslichen Papieren des Medienkonzerns AOL Time Warner Inc. ein. Schließlich kaufte er für neun Mill. Dollar Papiere der Telekom-Gesellschaft AT&T Corp. Zusammen mit anderen Investoren gingen 500 Mill. Dollar in die Netzwerkgesellschaft Level 3 Communications Inc., die seit 19 Quartalen rote Zahlen schreibt.

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