Der ehemalige Tour-de-France-Sieger Marco Pantani wurde tot aufgefunden: Das Leben vergeht in Etappen

Der ehemalige Tour-de-France-Sieger Marco Pantani wurde tot aufgefunden
Das Leben vergeht in Etappen

Marco Pantani ist gestorben, wie er sich in den letzten Jahren gefühlt hat - allein und verlassen. Allein gelassen auch von seiner dänischen Freundin Christine, von der er sich unzählige Male getrennt und mit der er sich unzählige Male wieder versöhnt hatte. Er hatte sie in Cesenatico kennen gelernt, und Jahre lang arbeitete sie auch im Kiosk in Cesenatico, den Pantanis Mutter und seine Schwester Manola betreiben.

ROM. Eigentlich hatte Pantani in dem Dreisternehotel "Le Rose", wo ihn der Portier am Samstag tot auf dem Boden seines Zimmers fand, nur ein paar Tage allein sein wollen. Nur wenige Kilometer vom heimischen Cesenatico wollte der 34-Jährige am Strand etwas ausspannen. Doch am Samstag fand ihn der Portier tot auf dem Boden liegend. Der Tod trat nach Angaben von Francesco Toni, der den Tod Pantanis feststellte, um 17 Uhr ein. Der Arzt betonte, dass der Radprofi an einem Herzstillstand gestorben sei, dessen Gründe noch nicht bekannt seien. Staatsanwalt Paolo Gengarelli schloss am Sonntag einen Selbstmord aus. Die Polizei fand in dem Zimmer etliche Packungen von Beruhigungsmitteln. Von anderen Drogen, deren Einnahme er in der Vergangenheit eingestanden hat, fand sich laut Staatsanwalt Paolo Gengarelli im Zimmer keine Spur. Die Autopsie wird heute Klarheit bringen.

Pantanis Tod, der in Italien eine Welle der Betroffenheit auslöste, war ein Sterben auf Raten. Er wurde wie ein Radsportgott verehrt, doch seit einiger Zeit fühlte er sich allein gelassen. Sein Mercatone-Uno-Team wusste um seine Fragilität und hatte ihm deshalb einen Stab vor Betreuern zur Seite gestellt, um ihn vor sich selbst zu schützen. Doch es nützte nichts. Kaum war Pantani wieder in seiner alten Umgebung in Cesenatico, inmitten seines verrufenen Freundeskreises, wurden sämtliche Zukunftspläne hinfällig. Das exzessive Nachtleben des "Piraten" war stärker als sein Wille zum Comeback. Noch vor wenigen Tagen hatte er einer Freundin anvertraut: "Mir geht es elendig!" Er fühlte sich vom Pech verfolgt, wähnte sich als Opfer, weil nur er für etwas bezahlen müsse, was gängige Praxis ist.

"Doping ist ein ethisches Problem", sagte er, "es ist so, als wolle man alle dazu bringen, Steuern zu zahlen, obwohl alle Steuern hinterziehen." Der Bergspezialist scheiterte regelmäßig an den Anhöhen seines Lebens. Aussagen, die er einst mit Unbedacht machte, erhalten nun beinahe prophetische Qualität. Als er auf die Gründe für seine unnachahmliche Kletterkunst angesprochen wurde, entgegnete das Leichtgewicht mit einer Natürlichkeit, die sprachlos macht: "Ich gehe in den Bergen aus dem Sattel, um den Todeskampf kürzer zu machen!"

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