Der Einzelhandelsriese Wal-Mart beginnt die Weihnachtssaison mit Rekord-Verkäufen
Amerikaner achten beim Schenken auf den Preis

Noch nie hat Wal-Mart an einem einzigen Tag so viel Geld eingenommen: 1,43 Mrd. $ brachte der vergangene Freitag in die Kassen des US-Discounter. Wal-Mart?s Erfolg gibt auch anderen Einzelhändlern Hoffnung. Aber er zeigt auch, dass die Verbraucher dieses Jahr auf den Preis achten.

NEW YORK/DÜSSELDORF. Das Thanksgiving-Wochenende - hier zu Lande das erste Adventswochenende - läutet für den amerikanischen Einzelhandel offiziell die Weihnachtssaison ein. Viele Beobachter waren zunächst pessimistisch gestimmt, da das Erntedank-Fest in diesem Jahr besonders spät und die Feiertags-Saison daher verkürzt ist. Experten befürchteten auch, dass die vielen Entlassungen und die schwachen Aktienmärkte auf die Stimmung der Verbraucher drücken würden. Doch der Start ins Weihnachtsgeschäft hat ihnen wieder Mut gemacht: Die Menschen drängelten sich in den Geschäften und gaben am Freitag gut 12 % und am Samstag immerhin 9 % mehr aus als im vergangenen Jahr. Damals war die Kauflust durch die Terroranschläge vom 11. September und die Angst vor neuen Anschlägen gehemmt.

Auch deutsche Einzelhändler melden einen guten Start ins Weihnachtsgeschäft. Am ersten Adventswochenende hätten viele Geschäfte ihre Umsätze gegenüber den vorangegangenen Samstagen deutlich übertroffen, heißt es beim Einzelhandelsverband HDE. Jedoch konnte lediglich ein Viertel der befragten Händler mehr umsetzen als am ersten Adventssamstag des vergangenen Jahres. Ein weiteres Viertel erreichte nach HDE-Angaben das Vorjahresniveau, der Rest blieb allerdings darunter. Wie in jedem Jahr griffen die Verbraucher vergangenen Samstag verstärkt zu Musik-CDs, Spielwaren, Schmuck und Parfümerieartikeln. Auch DVD-Geräte, digitale Kameras und Haushaltswaren verkauften sich nach Händlerangaben gut. Ähnlich sieht es in den USA aus: Wal-Mart steigerte seinen Umsatz am Freitag um 14 %. Vor allem Unterhaltungselektronik wie Fernseher, aber auch Küchengeräte wie Kaffeemaschinen und elektrische Messer gingen gut.

Der Erfolg von Wal-Mart ist bezeichnend für die Grundstimmung der Shopper - in Deutschland wie in den USA: Je günstiger desto besser. Die Kunden wollen Schnäppchen. Schon seit Wochen übertreffen sich Einzelhändler diesseits wie jenseits des Atlantiks gegenseitig mit Sonderangeboten. Wal-Mart, der niedrige Preise zur Unternehmensphilosophie erhoben hat, liegt daher voll im Trend. Die Aktie legte am Montag zu Marktbeginn an der New York Stock Exchange deutlich zu.

Viele Einzelhändler locken die Shopper diesmal nicht nur mit den üblichen Sonderangeboten, sondern auch mit Rabatt-Coupons, Produktzugaben oder sonstigen Extras. "Jeder Einzelhändler nennt es anders. Aber das ist die Strategie, die wir überall in den Malls sehen", sagt Richard Jaffe, Analyst bei UBS Warburg. Das Konzept scheint aufzugehen. Britt Breemer von der Marktforschungs-Agentur America?s Research Group sagte, dass am vergangenen Wochenende ein Drittel der Befragten bereits mehr für Geschenke ausgegeben hätten als ursprünglich geplant. Das ist Weihnachtsmusik in den Ohren der Einzelhändler.

Dennoch bleibt Michael Gould, Chairman der edlen Kaufhauskette Bloomindale?s vorsichtig. Das Wochenende habe zwar seine Erwartungen übertroffen. "Im Vergleich zum vergangenen Jahr fühlen wir uns gut", sagt er. Aber Prognosen für den Rest der Saison will Gould nicht geben. "Wir nehmen jeden Tag, wie er kommt."

Quelle: Handelsblatt

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