Der Elektronikriese Philips verunsichert viele Anleger
Dax geht mit kleinem Minus aus dem Handel

Der deutsche Aktienmarkt präsentierte sich am Dienstag von einer labilen Seite. Das Geschäft wurde von Banken als "müde" bezeichnet. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ging mit einem kleinen Minus von 0,1% bei 5 846 Punkten aus dem Handel.

FRANKFURT/M. Private und institutionelle Investoren verharrten weiter in der Defensive. Die aktuellen Krisensignale aus den Emerging Markets und die pessimistisch gehaltenen Geschäftsprognosen vieler internationaler Konzerne veranlassten die Börsianer zu einer defensiven Anlagepolitik.

Offensichtlich seien Investoren nicht bereit, die derzeit düsteren Ertragsperspektiven zu ignorieren und mutig eine bessere ökonomische Entwicklung zu antizipieren, heißt es aus dem Handel. In der vorigen Woche hatten noch einige US-Konjunkturdaten den Eindruck erweckt, als stehe die US-Konjunktur vor dem Ende ihrer Talfahrt. Die Börsianer scheinen vor der Aufgabe ihrer Zurückhaltung allerdings zunächst einmal weitere Bestätigungen für diese These abwarten zu wollen.

Philips verunsichert die Anleger

Dass Bundeswirtschaftsminister Werner Müller für die deutsche Wirtschaft Anzeichen einer konjunkturellen Belebung ausgemacht haben will, ignorierte die Börse weitgehend. Denn die vom niederländischen Elektroriesen Philips vorgelegten Quartalszahlen nahmen bei den Anlageentscheidungen ein wesentlich höheres Gewicht ein. Philips hatte vor einer weiteren Abschwächung des Chip-Marktes gewarnt und den Abbau von weiteren 4 000 Arbeitsplätzen angekündigt. Da in den USA am Abend bekannte Hightech-Konzerne wie Intel und Apple über den aktuellen Geschäftsverlauf berichten wollten, hatten Anleger eine zusätzliche Entschuldigung für ihre Zurückhaltung parat.

Und last but not least wurde im Aktienhandel erklärt, vor der am Mittwoch anstehenden Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses sowie der am Donnerstag bevorstehenden geldpolitischen Sitzung des EZB-Rates sei niemand gewillt, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Siemens rettet sich vor Handelsschluss in Gewinnzone

Die Aktien von Epcos (-2,7 %) und SAP (-2,2 %) führten gemeinsam mit der Hypovereinsbank (-3,1 %) die Liste der Dax-Verlierer an. Dagegen konnten sich zwei andere Technologie-Schwergewichte, Siemens und Infineon , gegen Handelsschluss noch in Gewinnzone retten. Leichte Verluste verzeichnete die Allianz . Aktien der "Old Economy", wie die der Maschinenbauer Linde und MAN sowie der Versorger RWE und Eon , konnten dagegen zulegen.

Am Kassamarkt in Düsseldorf legten GAP 28,6 %. In München zogen Artnet um 6 % an. Die Gewinnerliste wurde sowohl in Hamburg als auch in Bremen von Teles angeführt. In Hannover wiesen GPC ein Plus von 10 % auf. Mit einem kräftigen Kursverlust warteten Cash Medien in Berlin auf. Zu den Verlierern in Stuttgart zählten GUB.

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