Der Essener Baukonzern hat rund 81 % seiner Aufträge im Ausland abgeschlossen
Hochtief setzt auf Auslandsgeschäfte

Deutschland größter Baukonzern baut immer mehr auf das Auslandsgeschäft. Rund 81 % der neuen Aufträge seien im Geschäftsjahr 2000 außerhalb Deutschlands abgeschlossen worden.

ap ESSEN. Deutschlands größter Baukonzern, die Essener Hochtief AG, baut immer mehr auf das Auslandsgeschäft. Rund 81 % der neuen Aufträge seien im Geschäftsjahr 2000 außerhalb Deutschlands abgeschlossen worden, berichtete das Unternehmen am Donnerstag. Dem Konzern sei es so gelungen, historische Spitzenwerte bei Bauleistung und Auftragseingang zu erreichen, obwohl die deutsche Bauwirtschaft eines der schlechtesten Jahre der vergangenen Jahrzehnte erlebt habe.

Insgesamt steigerte der Essener Baukonzern nicht zuletzt durch die erstmalige volle Einbeziehung der US The Turner Corporation-Tochter seine Bauleistung um 54,6 % auf den Rekordwert von 13 Mrd. Euro (25,4 Mrd. DM). Der Auftragseingang lag mit 14,1 Mrd. Euro um 10,7 % über dem Vorjahreswert. Rund 11,4 Mrd. DM davon kamen aus dem Ausland. Der Auftragsbestand stieg um 12,9 % auf 12,3 Mrd. Euro.

Im Inland blieb Trendwende aus

Im Inland blieb dagegen die erhoffte Trendwende bei der Baukonjunktur aus. Die Bauleistung ging erneut um 13,9 % auf 3,1 Mrd. Euro zurück. Der Auftragseingang verringerte sich sogar um 20,9 % auf 2,7 Mrd. Euro. Der Auftragsbestand sank um 16,7 % auf 2,5 Mrd. Euro. Enttäuschend sei vor allem die Entwicklung im Wohnungsbau und im Öffentlichen Bau gewesen, hieß es in Essen.

Die Zahl der Hochtief-Mitarbeiter in Deutschland nahm um 3,7 % auf knapp 13 000 ab. Gleichzeitig stieg die Zahl der Beschäftigten im Ausland um 12,5 % auf knapp 28 000.

Gute Aussicht Ergebnisprognose einhalten zu können

Hatte der Bauriese noch im September in einer Gewinnwarnung mitgeteilt, der Konzerngewinn nach Steuern werde voraussichtlich um rund 100 Mill. Euro unter dem Rekordergebnis des Vorjahres liegen, sieht die Prognose inzwischen schon wieder besser aus. Auf Grund einer günstigeren Entwicklung des Steueraufwandes werde die damals veröffentlichte Ergebnisprognose übertroffen. "Wir werden somit entgegen dem Branchentrend immer noch ein gutes Ergebnis ausweisen können", betonte das Unternehmen.

Gleichzeitig ist Hochtief längst dabei, sich neue Verdienstmöglichkeiten zu erschließen. Dazu gehört etwa die Beteiligung an Flughäfen, aber auch der Bau und Betrieb von Mautstraßen im In- und Ausland. In den kommenden Jahren will sich das Unternehmen unter anderem an der Ausschreibung für die Rügenquerung beteiligen, die die Ostseeinsel mit dem Festland verbinden soll. Außerdem bewirbt sich der Konzern um Stadtautobahnprojekte in Australien und Chile.

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