Der Euro verlor in Reaktion auf die Ifo-Zahlen mehr als einen halben Cent
Euro-Renten verharren auf höherem Niveau

Reuters FRANKFURT. Die richtungweisenden europäischen Zinsfutures haben am Dienstagnachmittag in Erwartung der Zinsentscheidung der US-Notenbank gegen 20.15 Uhr MESZ nahe ihres gegen Mittag erreichten höheren Kursniveaus verharrt.

Händlern zufolge hatte der Markt auf den überraschenden Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex mit Kursgewinnen reagiert. Diese wurden jedoch durch den schwachen Euro, der auf Grund des Ifo-Index deutlich unter die Marke von 0,90 $ zurückfiel, gebremst. Die Zuteilung beim dieswöchigen Zinstender der Europäischen Zentralbank (EZB) habe die Erwartung steigender Zinsen in der Euro-Zone bestärkt.

Der Euro-Bund-Future notierte gegen 16.55 Uhr MESZ mit plus 20 Ticks bei 105,20 Punkten. Der Bobl-Future gewann 15 Zähler auf 102,68 Punkte. Am kurzen Ende legte der Schatz-Future acht Ticks auf 101,18 Punkte zu. Die zehnjährige Bundesanleihe Juli 2010 notierte mit 99,95 nach 100,00 % zur Kasse. Sie rentierte auf diesem Niveau mit 5,242 %.

Der für die Geld- und Kreditpolitik der amerikanischen Notenbank verantwortliche Offenmarktausschuss (FOMC) wird nach nahezu einhelliger Einschätzung der Finanzmärkte bei seinem heutigen Treffen die Leitzinsen unverändert lassen. Einer Reuters-Umfrage zufolge erwarten 28 der 29 befragten Primärhändler amerikanischer Staatsanleihen keinen Zinsschritt der Fed. Händler gehen aber davon aus, dass sich die Kursbewegungen sowohl der US-Treasuries, als auch der europäischen Rentenwerte bis zur Veröffentlichung des Beschlusses in engen Grenzen bewegen werden.

Nach den am Dienstag vom Münchner Ifo-Institut vorgelegten Konjunkturdaten sank der Geschäftsklimaindex in Westdeutschland im Juli auf 99,1 von 100,4 im Juni und damit auf den tiefsten Stand seit November 1999. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Anstieg des Geschäftsklima-Index für Westdeutschland auf 101,28 Punkte prognostiziert. Ifo-Volkswirt Gernot Nerb sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es sei noch zu früh, um von einer Trendumkehr zu sprechen. Analysten sagten, trotz des zweiten Rückgangs in Folge sei der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland weiter intakt.

Der Euro verlor in Reaktion auf die Ifo-Zahlen mehr als einen halben Cent und fiel deutlich unter die Marke von 0,90 $ zeitweise auf das niedrigste Niveau seit drei Monaten. Gegen 16.40 Uhr MESZ notierte die Währung mit 0,8982/84, nachdem die EZB am Mittag in Frankfurt den Referenzkurs mit 0,8972 $ ermittelt hatte.

Das Ergebnis der dieswöchigen Tenderzuteilung hat Händlern zufolge die Erwartung steigender Zinsen in der Euro-Zone bestätigt. Die EZB hatte am Vormittag bei ihrem als Zinstender ausgeschriebenen Hauptrefinanzierungsgeschäft mit 14 Tagen Laufzeit 113 Mrd. Euro ab einem Zinssatz von 4,47 % zugeteilt. Der gewichtete Durchschnittszinssatz habe 4,50 % betragen.

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