Der FC Bayern kann in der Champions League bei Real Madrid nur gewinnen – sportlich wie wirtschaftlich
Das Bonus-Spiel

Der Mond schien hell hinein ins Olympiastadion, als aus erwachsenen Männern kleine Jungs wurden. Das Hinspiel zwischen Bayern München und Real Madrid (1:1) war eine Stunde abgepfiffen, als die Spieler der Gäste im feinen Anzug aus der Kabine traten.

MÜNCHEN. Stadionbedienstete und Journalisten eskortierten die Real-Stars über dieTartanbahn, sie hatten Digitalkameras in der Hand, und einer nach dem anderen erzwang ein Erinnerungsfoto mit David Beckham, Luis Figo und Zinedine Zidane. Heute findet das Rückspiel statt (20.45 Uhr, live in Sat.1), und es mag sich niemand vorstellen, dass nach dem Abpfiff spanische Reporter Jens Jeremies oder Oliver Kahn am Ärmel zupfen um sie zu einem gemeinsamen Foto zu nötigen. Die Rollen der Megastars sind für die Angestellten Reals reserviert. Abgesehen davon können die Bayern in Madrid sehr viel gewinnen. Und nur wenig verlieren. Sportlich wie wirtschaftlich.

Gegen kein anderes Team der Erde wäre ein Ausscheiden verzeihlicher. Doch nach dem jüngsten Aufwärtstrend - drei Siege in Folge in der Bundesliga - hat sich Zuversicht breit gemacht. Es klingt nach mehr als Zweckoptimismus. "Ich spüre, dass die Mannschaft im Moment sehr konzentriert arbeitet", sagt Manager Uli Hoeneß. Wie motiviert jeder Spieler ist, das "kleine Wunder" (Ballack) zu schaffen, zeigt sich am Beispiel der Außenverteidiger. Willy Sagnol hat sich in seinen vor vier Tagen gebrochenen Unterarm eine Platte mit fünf Schrauben einsetzen lassen und sagt, er müsse "im Kopf stark sein". Wahrscheinlich wird er spielen können. Gleiches gilt für Bixente Lizarazu, der einen rekordverdächtigen Heilungsprozess seines im Hinspiel erlittenen Muskelfaserrisses erzwungen hat. "Er hat jeden Tag zehn bis zwölf Stunden gearbeitet", sagt Hoeneß.

Wirtschaftlich können die Erwartungen ebenfalls nur übertroffen werden. Schon jetzt hat die FC Bayern AG "drei bis vier Millionen Euro mehr eingenommen als geplant", sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. In der Kalkulation findet nur die Vorrunde Erwähnung, was danach kommt, wird zum Bonusgeschäft. Für die überstandene Vorrunde überweist die Uefa rund 6,6 Millionen Euro nach München. Es könnte noch profitabler werden. Mit zwei Millionen Euro entlohnt die Uefa jeden Teilnehmer am Viertelfinale, den Einzug ins Halbfinale vergütet sie mit 2,7, den ins Finale mit vier Millionen Euro. Der Sieger erhält 6,7 Millionen Euro extra.

Das Weiterkommen würde "uns einen großen Schub geben", sagt Rummenigge, "das wäre nach dem Vorrunden-Aus der letzten Saison sehr wichtig". Wichtig, aber kein Muss.

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