Der Flitzer hat immerhin 95 PS
Geschichten aus dem Autowald

Zukunftsforscher Matthias Horx lernt mit dem Smart Forfour, wie man sich mit einem Fahrzeug auf der Stelle drehen kann. Sein Fazit: nettes Spielzeug für David Beckham.

Erst reden, dann fahren. Bevor Matthias Horx für das Handelsblatt Weekend Journal in den neuen Smart Forfour steigt, lädt er zum Kaffee in seine idyllische Gründerzeitvilla am Wiener Stadtrand. Eine Holzkiste mit rotbackigen Äpfeln und zwei Paar Kinderturnschuhe warten auf dem Treppenabsatz: Im Erdgeschoss wohnt die Familie Horx, die Wiener Zweigstelle seines Zukunftsinstituts GmbH ist im ersten Stock untergebracht.

Hier, zwischen überbordenden Bücherregalen und gerahmten Titelblättern von Captain-Marvel-Comics, gibt der Trend- und Zukunftsforscher eine kurze Smart-Markenanalyse zum Besten: Schließlich interessiere er sich schon von Berufs wegen für das "außergewöhnliche Mobilitätskonzept", für das der Smart steht. Naja, zumindest ursprünglich gestanden habe. "Der Zweisitzer war der Anti-Entwurf zu der Autobeziehung, die unsere Eltern und Großeltern in der Nachkriegszeit hatten", erklärt der 49-Jährige in bester Soziologenmanier. "Der Wagen war nicht mehr fahrender Bunker, sondern ein revolutionäres Accessoire zum Mitnehmen." So weit, so gut.

Jetzt, da sich das Zwergauto auf Forfour-Format gestreckt hat - mit seiner Länge von 3,75 Meter liegt der Viersitzer ziemlich genau zwischen Mini und VW Polo -, sei es natürlich vorbei mit seinem Alleinstellungsmerkmal. "Quer in eine Parklücke - das klappt nicht mehr."

Im Auto sitzend, honoriert Horx, dass die Innenseiten der Türen nicht mit Plastik, sondern Stoff bezogen sind. "Das ist gemütlich, erinnert an Gardinen, an Privatsphäre", assoziiert Horx und kommt auf den wichtigsten "Metatrend" beim Thema Auto zu sprechen: "Cocooning". Er glaubt, dass Menschen ihren Wagen vor allem deshalb lieben, weil er ihr persönlicher Raum ist: "Er riecht vertraut, die Lieblingsmusik läuft, die Kinder nerven nicht - das Auto als letzter autonomer Ort."

Langsam geht es durch die Vororte von Wien. Horx erkundigt sich nach den Pferdestärken: "Was, 95 PS? Nach so viel hört sich das gar nicht an." Die Sitze findet er bequem. "Ganz o.k. für so ein Billigauto." Ein echtes Lob kommt erst, als unser Testpilot wenden muss: "Der Wendekreis ist aber Klasse! Wir haben fast auf der Stelle gedreht."

Seite 1:

Geschichten aus dem Autowald

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%